P.S.

Hörspiel des Monats ist dann doch was anderes geworden. Gedichte aus dem australischen Outback mit viel Naturuntermalung, so wie ich das verstanden habe.

So wird das nie was mit meiner Karriere. Ich sollte mich doch lieber auf die kongeniale Umsetzung der akustischen Gebärdensprache oder so was konzentrieren statt auf so einen Quatsch wie Krieg.

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Alles neu

Neuer Computer (Mac Mini) eingerichtet, endlich wieder flüssig online und überhaupt, arbeiten können. Ohne Computer fast nicht mehr möglich, zumindest in meiner Branche. Was heißt flüssig? Was heißt neu? Tatsächlich scheinen die Dinger etwas schneller zu laufen als 2005, das Geburtsjahr meines kürzlich verstorbenen Powerbooks (G4), das ich aber gerne noch weiter benutzt hätte. Der ganze Bedienscheiß ist mir eh titte, Tiger, Panther, Lion, Mavericks… Das funzt auch nicht mehr als vor neun Jahren. Ok, ich kann jetzt im Internet Filme gucken und das Iphone und das Ipad mit dem dem Mini zusammenfunken, Zeugs übertragen, drahtlos etc., bloß brauche ich kein iPhone und kein Ipad und ich könnt’s mir auch nicht leisten; was ich groß zu übertragen hätte, wüsste ich auch nicht.

Morgen dann Versuch der Datenrettung.  Musik, Fotos, Texte der letzten zehn Jahre, Audiodateien, Mailadressen… Im Großen und Ganzen sehe ich schwarz, obwohl “weiß” meine Farbe sein soll. Und ich frage ich mich: Will ich das überhaupt? Was soll das eigentlich? Diese Fotos, diese Musik, diese Adressen und Telefonnummern? Mit Menschen, mit denen ich Kontakt habe, habe ich Kontakt.

Diese Texte, diese Hörspiele. Alles eigentlich abgeschlossen, gesendet, gedruckt, vorgelesen oder nichts wert gewesen, – und als ob die “Nachwelt” meine Festplatten auswerten würde… Absurde Vorstellung.

Die Festplatte zwischen den Ohren, abhörsicher. Ein ganzes Leben abgespeichert, zeitlich kaum messbare Übertragungsraten, Backups, Updates, seit 48 Jahren. Unwichtiges gelöscht, Relevantes eingebrannt. Zugriff auf Programmstruktur Nachts in den Träumen.

 

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Hörspielkritik

Zu Heinrich. Hier: http://hoerspielkritik.de/?p=3668

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Apocalypse Now für die Ohren

Heinrich, Vorname Hauptfeldwebel

Hörspiel von Robert Weber

Ursendung am 07.07.14 um 0:05 auf Deutschlandradio Kultur

Zum Nachhören: http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/07/07/drk_20140707_0005_e88f9321.mp3

2014. Der Krieg in Afghanistan ist für die NATO vorbei. Bis auf ein Restkontingent haben die ISAF Truppen das Land verlassen. Auch die Soldaten der Bundeswehr sind nach Hause zurückgekehrt. Heinrich, Mitglied des “Kommando Spezialkräfte”, gilt als vermisst.

Als er sich ein Jahr später den afghanischen Behörden stellt, hat er über 100 Menschen getötet. Heinrich ist der erste Bundeswehrsoldat, der wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt wird.

Wann hat der Scharfschütze den schmalen Grat zwischen Töten auf Befehl und Morden auf eigene Faust überschritten? Robert Webers Hörspiel schildert die Gerichtsverhandlung und zeichnet das Psychogramm eines Soldaten, “der selbst zum Krieg geworden ist”.

Länge: 50’53

Autor: Robert Weber

Redaktion: Barbara Gerland

Regie: Giuseppe Maio

Mit: Oliver Urbanski, Hansjürgen Hürrig, Jens Wawrczeck, Gerd Grasse, Karim Cherif, Susanne Bormann, Ingo Hülsmann, Uli Plessmann, Sebastian Becker

Ton: Martin Eichberg

Technik: Philipp Adelmann

Regieassistenz/Fotos: Susanne Franzmeyer

Produktion: Deutschlandradio Kultur 2014

Heinrich, Vorname Hauptfeldwebel” wurde von der Film- und
Medienstiftung NRW gefördert.

http://www.deutschlandradiokultur.de/freispiel.1020.de.html?dram:article_id=285453

K800_IMG_7502Oliver Urbanski als Heinrich

K800_IMG_7514Gerd Grasse, Richter (links), Giuseppe Maio – Regie.

K800_IMG_7515

K800_IMG_7509

K800_IMG_7523Danke Euch allen für die tolle Arbeit. Ihr habt aus dem Manuskript großartiges Hörkino gemacht. Und ohne die unermüdliche und strenge Barbara wäre das Skipt nicht so gut geworden, wie es ist.

 

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Dämonen, Monster, Mutationen

Trashfilm – Die Radioshow #5

Mit Karsten Krampitz, Dirk Knieriem, Robert Weber und DJ Oz Ordu

Monster: Lat. monstrum („Mahnzeichen“), monstrare („zeigen“) und monere („mahnen, warnen“).
Dämon: Griechisch δαιμόνιον – daimonion (‚Schicksals‘ oder ‚Gewissens‘, das den Menschen jederzeit unsichtbar begleitet ) bzw. δαίμων – Daimon. Geist der Abgeschiedenen
Mutant / Mutation: Lat. mutare (“ändern,verwandeln“)

Anlässlich des neusten Godzilla-Remakes (“Ein freundliches, melancholisches Monster” Jörg Buttgereit) begeben wir uns in die Abgründe des Monströsen und Dämonischen. Unter anderem klären wir die Fragen: Was ist überhaupt ein Monster, woher kommen sie und gibt es sie überhaupt? Inwiefern grenzen sie sich von Dämonen und Mutanten ab? Sind Vampire und Zombies Monster oder bilden sie eine eigenständige Gattung?

Dies und vieles mehr am kommenden Mittwoch (04.06.) um 21:30 bis 23 Uhr auf Pi-Radio, UKW Frequenz:  88,4 Mhz. (Berlin) oder 90,7 Mhz. (Potsdam) oder per Livestream.

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Psychophysiognomie im urbanen Raum #10

Der Plan

Mantel schwarz, Hose grau, Bluse weiß, Schuhe lack, Haare gebunden, Brille Fielmann. Abitur 1,2. Derzeit Bachelor, anschließend Master. Eventmanagement, Nebenfach Finanzbuchhaltung. Kreativ durch Improtheater. Der Plan: Fünf Jahre Berufspraxis, Heirat mit Immobilenmakler, dann zwei Kinder. Wohnortwechsel in Peripherie. Gewichtszunahme. Erste Depression. Scheidung. Fitnessstudio, Workout, Selbsthilfegruppe. Rückkehr ins Berufsleben (Kinder flügge), Datenerfassung, Zeitarbeit, 300 Anschläge in 60 Sekunden. Schlafstörung, Medikamente, Suchttherapie, Kontaktanzeigen, Kuraufenthalt. Zweiter Frühling, kirchliche Trauung. Umzug aufs Land. Obstgarten, Töpferkurs, Ehrenamt, Witwenrente. Wiederkehrender Traum: Kirschblüten, die wispernd sich wiegen im Frühlingswind. (Das Glück ist Nahe)*

* Lexikon Traumdeutung.

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Psychophysiognomie im urbanen Raum #9

Spiegeltrinker

Tätowierungen, Jugendknast, Männerwohnheim, Jobcenter. Vorzeitiger Haarausfall, nicht mehr vermittelbar. Klamotten: Humana. Ausdauerndes Zungenspiel, Kiefer rechts unten. Plombenbruch oder Zahnfleischekzem. Markante Magenfalten*, unbehandelter Reizdarm. Oberbauch vorgewölbt, Unterbauch eingezogen. Beine zu dünn, Schultern zu schmal, Füße zu groß. Augen sprunghaft. Nervöser Gang, die Hand fährt umher und sucht nach Scheinbarem. Spiegeltrinker, Pegel im Keller. Links verschluckt ihn die Kneipe, rechts isst jemand zu Mittag.

*Bei Falten, die an beiden Seiten des Mundes von den Nasenflügeln in einer Art Halbkreis bis auf die Mundwinkel laufen, wird auf eine mögliche Darmschwäche hingewiesen. (Nasolabiafalten.de)

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