Die Infektion & Die Insel zum Nachhören

Wie lange kann ich allerdings nicht sagen. Hier die LInks zum Download.

Die Infektion: http://www.einslive.de/einslive/on-air/sendungen/krimi/die-infektion102.html

Die Insel: http://www.einslive.de/einslive/on-air/sendungen/krimi/die-infektion-zwei100.html

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Die Infektion heute auf 1Live

Und zwar um 23 Uhr. Der zweite Teil meiner Zombietrilogie läuft eine Woche später (Ursendung).

Die Infektion, Donnerstag, 30.10. um 23 Uhr, 1Live (Wiederholung)

Die Insel, Donnerstag, 06.11. um 23 Uhr, 1Live (Ursendung)

Die beiden Hörspiele stehen danach für eine begrenzte Zeit zum Download zur Verfügung. Die Insel werde ich mir nächste Woches im Radio zum ersten Mal anhören. Ich bin sehr gespannt auf die Umsetzung meines Manuskriptes.

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Sieben Jahre, ein Tag

Die unerklärliche Schwermut hätte mich gestern erwischen müssen, erwischt sie mich heute.

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Polizei stürmt Baiz, Sarah Wiener bringt Blumen

Warum jetzt die Mannschaft, die abkommandiert war, um die Fans des SV-Babelsberg vor den Fans des BFC-Dynamo zu schützen, meine Stammkneipe “gestürmt” hat (ich sage mal eher, sie sind vorgedrungen), kann ich nicht sagen. Offenbar hat sich ein Straftäter hinein geflüchtet, genaues weiß ich nicht.

Die Situation ist unüberschaubar. Geschrei auf beiden Seiten, ein Stuhl wird erhoben, offenbar wird auch getreten. Mit erhobenen Händen gebe ich mich als einfacher Gast zu erkennen, nachdem Pfefferspray (milde Sorte) versprüht worden ist. Ich werde hinter die Gefechtslinie gewunken.  Die blutjungen Polizisten haben sich ihren Samstag auch anders vorgestellt, eigentlich sympathische Burschen, wäre ich homosexuell, durchaus attraktiv, attraktiver jedenfalls als die Jungs vom SV-Babelsberg.

Ich bitte einen der Polizisten, mir die Brille vom Tresen zu bringen, und er macht das. Ich finde das süß. Ohne Brille kann ich nichts sehen und die Teile sind teuer (er kenne das, seine Eltern trügen auch Brille). Das ist in der angespannten Situation eine sehr nette Geste. Er nimmt später meine Personalien auf (und merkt sich hoffentlich meine Adresse ;-)

Nachdem die Beamten abgezogen sind, betritt Sarah Wiener die Bühne (oder jemand der so aussieht wie Sarah Wiener und spricht wie sie) und bringt einen Arm voll Blumen, von wegen Solidarität und so (ich glaube, es ist Löwenmaul). Von Wiener kann man halten, was man will, aber das finde ich doch rührend, sexy ist sie sowieso, immer gewesen, so wie Sahra, aber die kam nicht, oder erst später. So sind sie, die Linken.

P.S. Es gab weder Sach- noch Personenschäden (ok, ein Aschenbecher ist kaputt gegangen). Bedrohlich war’s aber schon, links neben mir ein Trupp voll ausgestatteter Einsatzkräfte (Helm, Schutzweste, Tonfa, Pistole), rechts neben mir aufgebrachte SV Babelsberg Fans (Bier), die Situation kurz vor der Eskalation, der Geruch von Pfefferspray und man ist eingequetscht zwischen sich anbrüllenden Kontrahenten. Dabei wollte ich nur ein Buch lesen (Sand, von Wolfgang Herrndorf, sehr zu empfehlen).

P.P.S. Es war doch nicht Sarah Wiener, sondern die Nachbarin von Gegenüber.

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Scheiffele Preis

Scheiffele Preis für die drei besten, literarischen Lebensläufe. Ich lese am kommenden Mittwoch (17.09.) um 21 Uhr in der Rumbalotte “Onkel Wanja”.

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Lakonischer geht’s nicht – „Wasserstand und Tauchtiefe“ von Karsten Krampitz

Loslassen, damit die Hände frei sind. Der Mensch kann nicht neu anfangen, er kann nur anders weitermachen. – Karsten Krampitz neuer Roman ist eine buddhistische Meditation. Der Mensch, auf sich selbst zurückgeworfen, hat eine Vergangenheit, eine Gegenwart, aber keine Zukunft. keine nennenswerte jedenfalls.

Die Frau fürs Leben, wo sie nur steckt? – Glaub mir, Vater, das willst Du nicht wissen. Manchmal zahle ich dafür, dass ein anderer Mensch mich berührt.

Der Vater des Ich-Erzählers, nach dem dritten Schlaganfall weder in der Lage zu sprechen, noch sich zu bewegen. Das, was er zum Leben braucht, wird durch einen Schlauch hinein gepumpt, ein anderer Schlauch entsorgt.

Schlimm ist es zu lieben, ohne geliebt zu werden. Noch schlimmer ist es aber, scheißen zu müssen ohne gegessen zu haben.

Gepflegt von einer polnischen Schwarzarbeiterin und seinem Sohn, der das Wachkoma des Vaters dazu nutzt, um endlich einmal all das loszuwerden, was ihm auf der Seele brennt.

Am Ufer zanken sich die Enten um die Brotstücke, die man ihnen hinwirft. 
Nicht so die Kormorane. Die schauen auf uns herab wie im Sommer, in ihrer typischen Arroganz. Die scheißen auf Deutschland. Die gehören gar nicht hierher. (…) Hätten längst in den Süden ziehen müssen. (…) Die Haubentaucher wären bereit, sich am Ufer integrieren zu lassen. Aber der Kormoran! (…) Wir haben kaum genug Fressen für unsere einheimischen Vögel.

Zeitlich bewegt sich Wasserstand und Tauchtiefe zwischen Gegenwart und Anfang der Achtziger:

Man hat Alte Juwel geraucht. Und gespuckt. Weil doch in jedem Western, in jedem Krimi die coolen Typen immer spucken. Die Achtziger waren ein einziges Ausspucken. Beim Gehen, beim Reden, beim Herumstehen: Wer etwas auf sich hielt, der spuckte.

Räumlich größtenteils zwischen einer angemieteten Erdgeschosswohnung im Seniorenheim und der Tankstelle, dem einzigen Ort in Schehrsdorf, wo man noch Bücher kaufen kann, richtige Schmöker, und Bier natürlich. Die Tankstelle, der Treffpunkt der verlorenen Seelen, wie z.B. Trötsch.

Einer wie Trötsch, und ich sage das mit der gebotenen Ernsthaftigkeit, gehört nicht in den Sophienhof. (…) Wie oft habe ich den Mann gebeten, nach 22 Uhr von etwaigen Reit- und Schießübungen in seiner Wohnung Abstand zu nehmen! Habe gesagt, beinahe gefleht: Lieber Herr Trötsch, bitte kein Exerzieren während der Nachtruhe.

Oder Fred, der seine Tage damit verbringt, vor dem Minimarkt zu stehen und die Kunden zu begrüßen, der sich, ähnlich wie ein Qeen’s-Guard, nur in Ausnahmefällen zu einer Reaktion bewegen lässt.

Aber das schätze ich so an ihm, das zeichnet diesen Mann aus: Standfestigkeit. Was auch immer passiert, einem Baum gleich wird Fred nicht von der Stelle weichen. Die Kinder kommen immer näher! Rufen: Freddybär! Freddybär! Ähnlich einer fleischfressenden Pflanze wartet er, bis die Beute nahe genug ist und sich in Sicherheit wiegt. Und dann: klatsch! Erst rechts, dann links: klatsch!
Einfach wunderbar. Ich liebe diesen Augenblick (…) Der müsste jetzt nur noch sagen: Junge, mir tut das genauso weh wie dir!

In Schehrsdorf, der Stadt, die keine ist, und die auf der Landkarte so aussieht, als hätte sich der Kreis Märkisch-Oderland einen Dorn eingetreten, haben die Menschen mit dem Leben abgeschlossen. Allen voran der Ich-Erzähler, der schmarotzerhaft von der Rente seines Vaters lebt. Zwei Männer, ein Konto.

Ich glaube ja, sagte Jenny, dass Lohnarbeit das letzte große Abenteuer unserer Zeit ist.
Das denke ich auch. Und das verbindet uns: Jenny und ich sind nicht mehr auf Abenteuer aus.

Wachkoma, Pflegenotstand, ostdeutsche Tristesse, eine Stadt, die keine ist und in der sich nur der Countryclub als kulturelle Errungenschaft der DDR über die Wende hat retten können, ein desillusionierter Ich-Erzähler der größtenteils nur vor sich hin monologisiert – was klingt, wie der deprimierendste Roman der Saison ist tatsächlich das witzigste Buch, das ich seit langem gelesen habe, auch das bösartigste, gleichzeitig merkwürdig anrührend und von einer wohltuenden Melancholie erfüllt. Ein guter Stoff für Andreas Dresen.

Robert Weber

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P.S.

Hörspiel des Monats ist dann doch was anderes geworden. Gedichte aus dem australischen Outback mit viel Naturuntermalung, so wie ich das verstanden habe.

So wird das nie was mit meiner Karriere. Ich sollte mich doch lieber auf die kongeniale Umsetzung der akustischen Gebärdensprache oder so was konzentrieren statt auf so einen Quatsch wie Krieg.

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