Monatsarchiv: März 2009

Darf man denn mit Nazis ficken?

Uneingeschränktes ja, zumindest, wenn sie so aussehen.

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Sprüche, die ich gerne öfters hören würde

„Jetzt hörn se bloß uff, sonst komm ich nacher bei Ihnen zum Essen vorbei.“ (Fleischereifachverkäuferin, mit der ich mich über die Zubereitung von Tafelspitz ausgetauscht habe.) Ihr Kauftipp übrigens, weil kein Tafelspitz vorhanden: „Nehmse doch Rinderschmorbraten, is jenau det Selbe, bloß mehr so von vorne statt von hinten, ick jeb Ihnen och n majeres Stück.“ Probier ich grad aus, klang aber absolut überzeugend.

Nachtrag vom 02.04. – Stimmte übrigens, allerdings war die angegebene Kochzeit von einer Stunde um eine Stunde untertrieben, aber ansonsten: Kein Unterschied zum Tafelspitz.

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01. April übrigens die Surfpoeten

ziehen um. Und zwar zurück in den Klub der Republik, Pappelallee 81, über der Yamaha Musikschule (ca. 5 Min. vom Icon entfernt). Ansonsten bleibt alles beim Alten. (Obwohl wir schon überlegt haben, nicht 10 Euro Eintritt zu nehmen, nachdem die Brauseboys so schön vorgelegt haben.)

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Endlich: Killerspiele auf Rezept

Nein, sie sind nicht nur die Schule des Tötens, wie irgendwelche Forscher jetzt herausgefunden haben, sondern verbessern auch „signifikant“ die Wahrnehmung von Kontrasten. Nur noch eine Frage der Zeit, bis Sehnervgeschädigte wie meinereiner eine PS3, Wii oder X-Box und die dazugehörigen Ballerspiele auf Rezept bekommen. Dazu sag ich nur: Geil. Ganz oben auf meiner Liste (jeweils Importware): Left4Dead, Manhunt und GTA4.

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Keule und das Auge Gottes

Gestern war für mich der schönste Tag der Woche, obwohl die Woche behördlicherseits ja erst heute anfängt, aber früher, da fing die Woche gestern an, weil sich Gott, nachdem er die Sonne geschaffen hat, auf eine Wiese legte und sich selbst einen guten Mann sein ließ.

Ich bin Freiberufler und lege meinen Wochenanfang selber fest. Wochenanfang ist für mich immer dann, wenn ich einen schönen Tag hatte, das kann gestern sein oder morgen wieder, dann hat die Woche eben nur zwei Tage. Gestern deswegen, weil ich mit Keule oder Quasselstrippe, wie ihn manche auch nennen, am Tresen stand und mich widerstandslos von ihm beschimpfen ließ.

Ich sei ja eine Unverschämtheit, meinte er, ihn einfach aus der Kneipe zu werfen, das wäre ihm ja noch nie passiert. Vieles ja, aber das nicht und wie ich denn überhaupt dazu käme? Er meine, ihn am Arm zu packen und aus der Kneipe zu zerren, wo er doch noch gar nicht fertig gewesen sei, mit seinem Vortrag, den er meiner Begleitung hielt, von der er annahm, sie sei meine Frau gewesen, weil er mich ja sonst noch nie mit einer Frau zusammen gesehen habe.

Die Sache trug sich so zu: Ich saß mit meiner Begleitung, die nicht meine Frau war, aber durchaus hätte sein können, weil auch sie eine Schönheit, wenn auch nicht so schön, wie meine Frau, und Keule saß daneben. Wir unterhielten uns und Keule hörte ausnahmsweise mal zu und als eine Pause eintrat, auf die er nur gewartet hatte, holte er tief Luft und legte los. Mit was, weiß ich nicht mehr so genau, es ging irgendwie um Selbstverbrennung (demnächst aber um Wachkoma, wie er mir androhte, nach Selbstverbrennungen würde ich mich noch zurücksehnen), sein aktuelles Lieblingsthema. Auf eine Gesprächslücke wartet man bei Keule meist vergeblich und ich war eigentlich auch froh, meine Begleitung nicht mehr durch Konversation bei Laune halten zu müssen und mir Keule diese  Aufgabe abnahm, aber irgendwann wurde es ihr augenscheinlich wohl doch zuviel und als das Stichwort ‘Gott’ fiel, preschte ich in die kurz entstandene Bresche.

Wie, er glaube nicht an Gott? Er glaube nur an das, was er sehe. Und Gott habe er noch nie gesehen? Nein. Dann würde ich ihm Gott jetzt zeigen, griff ihm unter den Arm, gar nicht unfreundlich, mehr so kameradschaftlich, und zog ihn, während sein Redeschwall weiter anhielt, nach draußen auf die Straße.Und, wo Gott jetzt sei? Und ich deutete in den Himmel. Er sehe immer noch nichts. Er könne ja auch nichts sehen, weil er immer noch mich ansehe, sagte ich und er solle doch mal nach oben sehen. Keule sah kurz nach oben und sagte, da wäre nichts. Ich sagte, er müsse schon etwas genauer hinsehen, dann würde er schon was erkennen, vielleicht nicht Gott als Ganzes, aber doch sein Auge, das immer von dort oben auf einen herab blicke.

Das Auge Gottes (Quelle: Eso)

Das Auge Gottes (Quelle: Eso)

So ein Quatsch, meinte Keule und machte sich auf den Heimweg, angezogen und bezahlt hatte er sich glücklicherweise schon vorher.

Das war vor einer Woche, ein guter Tag, ein typischer Wochenanfangstag, wenn auch ein Samstag und Keule hatte sich seitdem immer noch nicht beruhigt. Unverschämt wäre ich gewesen, nahezu eine Sauerei, als das Telefon klingelte. Keule zückte sein Handy, sagte ja, wurde blass und steckte sich einen Finger in den Mund. Als er, der er, wie es sich gehört, zum Telefonieren auf die Straße ging, wieder zurück kam, war er noch blasser und sein Finger immer noch dort, wo ich ihn zuletzt gesehen habe.

Das war grad aus Amerika, meinte er. Er meine, aus A-M-E-R-I-K-A. Ein Jurymitglied des Bachmannpreises, deren Name er aber schon wieder vergessen habe. Er sei in die engere Wahl gekommen und man werde ihn in zwei Stunden noch mal anrufen, jetzt gelte es, nüchtern zu werden, er habe ja schon zwei oder vier Bier intus. Andererseits: Hinten sind die Schweine fett, wie seine Oma zu sagen pflegte und vielleicht sollte er doch auf den Schrecken, wozu ich ihn ermutigte… Nein, lieber doch nicht, wer weiß, was die noch von ihm hören wolle. Du musst ja nicht sprechen, sagte ich, zuhören ist der Trick, die Leute, besonders Jurymitglieder des Bachmannpreises, haben es gern, wenn man ihnen zuhört, weil sie viel lieber Reden, als sich etwas anzuhören. Ich hätte Recht, meinte Keule, 75 Prozent des Gespräches werde er einfach dem Jurymitglied überlassen, bei 25 Prozent Redeanteil, da könne nicht viel schief gehen, aber Bier trinke er lieber doch keines mehr.

Das sei übrigens Gott gewesen, der ihn da aus Amerika angerufen habe, meinte ich, das müsse er doch wohl einsehen, dass das kein Zufall sei, dass ich letzte Woche versucht habe, ihm Gott zu zeigen und der sich jetzt telefonisch aus Amerika melde. So ein Quatsch, meinte Keule, das sei ein Jurymitglied des Bachmannpreises gewesen, deren Namen er jetzt aber schon wieder vergessen habe. Die Wege des Herrn wären unergründlich, so ich, und seine Werkzeuge seien Legion. Wie dem auch sei, meinte Keule, er müsse jetzt gehen und sich auf das Gespräch vorbereiten, andererseits, hinten wären die Schweine fett, also warum sich verrückt machen, trotzdem gehe er jetzt.

Heute schrieb er mir, dass die Schweine hinten fett wären und er eine Seite aus seinem Text habe vorlesen müssen, was wohl daran läge, so ich, dass man feststellen wolle, ob er abends um neun schon betrunken sei, weil Alkoholiker könne man in Klagenfurt seit Rainald Götz nicht mehr gebrauchen, also Leute, die im Fernsehen Bier trinken und sich womöglich auch noch die Stirn aufschlitzen, das ginge einfach nicht mehr, aber er würde ja wohl ohnehin, wenn er denn in diese Richtung denke, mehr an Selbstverbrennung denken, was man ihm aber, so beruhigte ich ihn, telefonisch und dann auch noch via Überseekabel, bestimmt nicht würde anhören können, und ob er denn jetzt an Gott glaube? So ein Quatsch, so Keule, er glaube nur an das, was er sehe,  und ob wir nachher nicht lieber ein Bier trinken wollten, statt solchen Unsinn von uns zu geben, denn bei einem Bier, da gehe das doch erheblich leichter.

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Nicht das Gelbe

Als die Wikinger Island besiedelten, fuhren sie mit mehreren Schiffen los und all jene, die auf halben Weg seekrank wurden, setzten sie auf den Färöern aus.  (Alte Faröer Sage, die Herkunft der Färinger betreffend)

Die ersten beiden Stationen der Abenteurer, wenn man es denn ein Abenteuer nennen will, vorher einstudierte Sätze 12 Stunden am Tag immer und immer wieder vor einer Kamera zu wiederholen, wobei die jeweils besten Fassungen, von denen man ja ausgeht, dass sie für den Film verwendet wurden, immer noch so wirken, als hätten die zwei Protagonisten einen Stock im Arsch, waren die Faröer Inseln und Island (sieht man mal von dem Windpark im Meer ab).

Was haben also die beiden Satiriker, die mit Anspruch und Auftrag loszogen, einen neuen Blickwinkel abseits der ausgetretenen Dokumentarfilmpfade zu eröffnen, über diese, eigentlich gar nicht so exotischen Reiseziele zu berichten und vor allem wie?

Ersteres lässt sich schnell beantworten: Nichts, was man nicht auch bei Wikipedia nachschlagen könnte oder woanders schon gesehen hätte, eher weniger. Wenn interessiert schon Einwohnerzahl, Fischzucht und Walfang, vor allem, wenn die „Sympathieträger“ aufgrund ihrer Rolle als Sympathieträger nicht mal Manns genug sind, ein Stück Walfleisch selbst zu verzehren, sondern das vor laufender Kamera dem Schiffskoch überlassen, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass man ja ohnehin auf Fleisch verzichten solle, wegen der unmenschlichen Tierhaltung allerortens, und Fuchs auch noch in Tränen darüber ausbricht, weil ein ordinärer Fisch (also nicht der Wal) für ihr Abendessen getötet werden muss, Fuchs, die annonciert, diese Reise würde wohl, bis auf’s Kinderkriegen, dass größte Abenteuer ihres Lebens werden? Also mich zumindest nicht, aber ich bin auch nicht die Zielgruppe, bei der man wohl an die klöppelnden Biomuttis vom Kollwitzplatz gedacht hat. Allerdings ist dafür die Szene, in der der Koch das Stück Wal isst, den auch noch gut findet, dann doch wieder sehr gewagt, dass das durchgegangen ist bei der Redaktion von 3Sat, alle Achtung.

Zu Berichten hätten sie allerdings genug gehabt, der „Volker“ und die „Kirsten“, wie sie vom Sprecher immer wieder sympathieträgerisch genannt werden. Dabei hätte Strübing und Fuchs viel besser geklungen und auch das Anbiedernde wäre so vermieden worden, aber egal, ich will hier keine Erbsen zählen, obwohl mich das schon sehr genervt hat. „Kirsten“ und „Volker“ empfinde ich nunmal auf Dauer genauso peinlich wie Gottschalk und Ranicki per Du, hat auch was von Frollein und Bub.

Berichtenswertes jedenfalls. Auf den Faröern hätte man sich einen oder beide der beiden Nationalhelden greifen können, der eine Gabelstaplerfahrer, der andere Holzhändler, wegen derer sich das Färingische Fremdenverkehrsamt bis zum heutigen Tag nicht nehmen lässt, jedem Spieler der österreichischen Nationalelf von 1990  zu Weihnachten einen Räucherfisch zu schicken (der damalige österreichische Nationaltrainer, Josef Hickersberger, erhält sogar jeden Monat einen), warum dass so ist oder warum man eine Bergkuppe weggesprengt hat, um einen Fußballplatz darauf zu errichten, das wäre vielleicht witzig gewesen und hätte über den Färingischen Humor auch einiges ausgesagt, nur hätte man sich dafür ortskundig machen,  über den Tellerrand von Wikipedia und Baedeker hinaussehen müssen, stattdessen bekommt meinereins witzige Sprüche serviert wie: „Gibt es eigentlich auch eine Walwurst?“ oder:“ Sind das glückliche Fische?“ Auf selbem Niveau bewegen sich „Oh, ich habe mich grade auf deine Brille gesetzt.“ (Was ein Brüller) Und: „Wenn man den Wecker auf sieben stellt, dann klingelt er auch um sieben.“ (Ho ho ho) Oder: „Huch, da ist wohl ein Bild (Walross) aus Folge vier reingerutscht.“ (Will sagen, da wird’s dann noch mal richtig aufregend.) Unter aller Kanone. Und das „Kirsten“ am Bug der „Arctic Janus“ die Kate Winslet macht – auch mehr als originell.

Isländischerseits hätte man, anstatt Strübing und Fuchs in einem Thermalbad planschend zu zeigen (wie, man bespritzt sich gegenseitig? auch das sehr witzig), statt sich von einem abgehalfterten Ornitologen beschwafeln zu lassen, statt immer nur von „sehr beeindruckend“, „wir sind einfach nur glücklich“, „unbeschreiblich“ zu faseln, vielleicht auch mal ein Wort (wenigstens eines) über die dortige Bankenkrise verlieren lassen können, aber vielleicht lag die während der Reisezeit ja noch nicht in der Luft, das kann ich von hier aus schlecht beurteilen.

Überhaupt, wie die beiden immer wieder unbeholfen durchs Bild staksen und ihre auswendig gelernten Pointen schülertheaterhaft nachspielen, wie sie immer wieder erstklässlerhaft vor ihrem jeweiligen Gesprächspartner sitzen, bedächtig und verständnisvoll nickend, interessiert schauend, nicht eine originelle Frage formulierend (der Gegenschnitt wird erst noch erfunden werden müssen), es sei denn, man empfindet die nach einer Walwurst als solche, dafür müsse man sich, wie meine Frau sagt, ja schämen, obwohl man gar nichts damit zu tun habe.

Lieb wollen sie wirken, die Zwei, lieb und sympathisch, auch augenzwinkernd, das  ja, Identifikationsfiguren für die Generation Weichspüler. Viele finden das nett, davon bin ich überzeugt, aber nett ist halt der kleine Bruder von Scheiße, wie die Busenfreundin meiner Frau zu sagen pflegt.

Die Kamera, die kann man durchaus loben, über den Soundtrack (Robert & The Roboters) kann man streiten, meines Erachtens hätte man zwar genausogut eine Blaskapelle nehmen können, das hätte auch nicht unpassender gewirkt, aber gut.

Strübing hat bei „Nicht der Süden“ ja auch noch das Drehbuch geschrieben und Regie geführt, was er vorher ja noch nie gemacht hat und auch besser hätte bleiben lassen sollen, dann wäre vielleicht sogar was daraus geworden, mit einer starken Hand, die sagt: So nicht, mein Freund! Vielleicht sogar einer, der sich auskennt, mit dem Medium, statt einer, der sich hauptsächlich selber ins Licht rücken will. Darsteller, Drehbuchautor und Regisseur in einem, dass schafft kaum jemand, da gibt es nicht viele, das hätte man wissen müssen, aber da lockte vermutlich ein Kontostand.

Vielleicht noch ein Wort zum Buch: Strübings Part habe ich gerne gelesen, alles drin, was dem Film fehlt: Die Konflikte im Team, die Zweifel, die Verzweiflung und der Witz, sogar spannend, wissen wollte man, wie’s weitergeht. Bei Fuchsens Teil, der ja ein Roman sein will, bin ich über die ersten 20 Seiten nicht hinaus gekommen. Ein Dahingeschwurbel über eine in der Zukunft liegende Reise zum letzten Eisbären, zumindest soweit ich das dem Klappentext entnommen habe. Vielleicht im Trend, möglich, aber ich bin schließlich keine klöppelnde Biomutti, ich esse gerne Fleisch, war schon beim Schlachten eines Schweins bis zur anschließenden Kesselsuppe zugegen, was ich als Kind sehr aufregend fand, und habe auch schon Fische getötet, eigenhändig erschlagen und ausgenommen, nachdem ich sie aus dem Meer gezogen habe, und ein Walsteak zu probieren, das hätte ich mir keinesfalls nehmen lassen.

Nicht der Süden. Folge 3 und 4 am 26. und 27. März um 20.15 auf 3Sat

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Spruch des Tages

„Ich bin Programmierer, also esse ich alles.“ (Charles Simonyi, Weltraumtourist)

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