Monatsarchiv: September 2009

Tipps für’s Amt

Punkt 8 Uhr da sein und zwar Montags, wenn die Sachbearbeiter noch frisch sind, vom Wochenende. Wartezeit: 10 Minuten und in weiteren zehn war der Antrag eingetütet.

Sich was Ordentliches anziehen und erst danach ein Bier trinken.

Immer freundlich bleiben, Anträge schon ausgefüllt haben und alle nötigen Unterlagen in Kopien und Original mitbringen. Kontoauszüge der letzten drei Monate nicht vergessen.

Beim nicht allzu dynamischen Arbeitsvermittler, dem das Wochenende noch selbst im Gesicht geschrieben steht, nicht allzu dynamisch aber auch nicht allzu lax erscheinen. Bemühungen darlegen anhand von Briefverkehr und/oder einer selbst erstellten Liste, in meinem Fall ein paar E-Mails über dies und das, was geplant ist.

Dialog:

„Da ist ja einiges am Laufen.“

„Wenn Sie mich meine Arbeit tun lassen, sind Sie mich nächstes Jahr wieder los.“

„Das habe ich vor, ich will Ihnen und mir ja nicht mehr Stress als unbedingt nötig machen. Ich melde mich gegenenfalls in ein paar Monaten wieder.“

Um neun war ich wieder draußen, ohne eine Eingliederungsvereinbarung unterschrieben zu haben und ohne Bewerbungsauflagen. Das Geld soll in zwei Wochen kommen.

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Das neue, deutsche Frolleinwunder

http://www.youtube.com/watch?v=91mbT03oHYw

Oder um mit Strauß zu sprechen: „Wenn’s scho ka Hirn ham, dann haltn ses Maul wenigstens. Dieses dämliche Gequatsche eines politisierenden Beatles.“ Ach, das waren noch Zeiten…

http://www.youtube.com/watch?v=lLYGPWQ0VjY&NR=1

Da kann ich nur empfehlen: Test your English free.

Und für den Obama-Fanclub: http://www.youtube.com/watch?v=eDJSVPAx8xc

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Literaturwerkstatt I.

Immer wieder muss ich mich mit dem Kack-Urheberrecht auseinandersetzen, gerade bei der Verwendung von Material in Features und Hörspielen, und ich gebe immer wieder die selbe Antwort. Daher zum rauskopieren die aktuelle Rechtssprechung bei der Verwendung von O-Tönen und Zitaten:

„Weniger weitreichend ist das Kleinzitat. Danach dürfen Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden (§ 51 Nr. 2). Einerseits ist es gegenüber dem Großzitat beschränkt, weil nur einzelne Stellen eines fremden Werkes, nicht aber vollständige Werke zitiert werden dürfen. Andererseits braucht das zitierte Werk noch nicht in Form von Vervielfältigungsstücken erschienen zu sein; denn es genügt bereits die – auch unkörperlich mögliche – Veröffentlichung z. B. durch Vortrag oder Sendung des Werkes. Nach dem Wortlaut des Gesetzes ist das Kleinzitat nur in einem selbständigen Sprachwerk gestattet.“

§ 51
Zitate

Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn
1.     einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,
2.     Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,
3.     einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.

Durch die Schranke des § 48 UrhG berücksichtigt der Gesetzgeber das Interesse der Öffentlichkeit an der Kenntnisnahme von Reden, die zu bestimmten öffentlichen Anlässen gehalten wurden. Reden auf öffentlichen Versammlungen sind jeder Nutzung in Zeitungen oder ähnlichen, der breiten Information dienenden Medien zugänglich. Eine Erweiterung für Reden, die bei öffentlichen Verhandlungen vor staatlichen, kommunalen oder kirchlichen Organen gehalten wurden, enthält § 48 Abs. 1 Nr. 2 UrhG. Hierfür enthält das Gesetz keine weiteren Einschränkungen, so dass diese auch in Sammlungen und Broschüren sowie in Rundfunksendungen wiedergegeben werden können. Dem Veranstalter ist es allerdings auf Grund seines Hausrechts möglich, den Mitschnitt zu untersagen.

Nach § 49 Abs. 2 UrhG dürfen vermischte Nachrichten tatsächlichen Inhalts und Tagesneuigkeiten, die durch die Presse bereits veröffentlicht wurden, uneingeschränkt und ohne Vergütung durch beliebig viele Kommunikationswege vervielfältigt, verbreitet und öffentlich wiedergegeben werden.

Durch Zitate können ganze Werke oder Teile davon in einem durch den Zweck gebotenen Umfang übernommen werden. Da auch der Urheber auf den kulturellen Errungenschaften der Allgemeinheit aufbaut, kann ihm dieser verhältnismäßig geringe Eingriff im Interesse der Allgemeinheit zugemutet werden, sofern er die kulturelle Auseinandersetzung fördert (§ 51 UrhG).

Der Gesetzgeber unterteilt grundlegend in das sog. Großzitat, Kleinzitat und Musikzitat. Allerdings muss das Zitat der Unterstützung oder Auseinandersetzung mit den eigenen Aussagen dienen, oder ein Mittel künstlerischer Gestaltung sein (so genannte Belegfunktion). Die Schranke wird beispielsweise überstrapaziert, wenn eine Arbeit allein dadurch erstellt wird, dass verschiedene Zitate aneinandergereiht werden. Die Übernahme muss vielmehr die Schaffung eines selbständigen, schutzfähigen wissenschaftlichen Werks bezwecken.

1. die Vervielfältigung und Verbreitung von Reden über Tagesfragen in Zeitungen, Zeitschriften sowie in anderen Druckschriften oder sonstigen Datenträgern, die im Wesentlichen den Tagesinteressen Rechnung tragen, wenn die Reden bei öffentlichen Versammlungen gehalten oder durch öffentliche Wiedergabe im Sinne von § 19a oder § 20 veröffentlicht worden sind, sowie die öffentliche Wiedergabe solcher Reden,
2. die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Reden, die bei öffentlichen Verhandlungen vor staatlichen, kommunalen oder kirchlichen Organen gehalten worden sind.
(2) Unzulässig ist jedoch die Vervielfältigung und Verbreitung der in Absatz 1 Nr. 2 bezeichneten Reden in Form einer Sammlung, die überwiegend Reden desselben Urhebers enthält.“

(Quelle: Der ganze Gesetzbücherscheiß)

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Die Sendung zur Wahl

Auf Radio Voodoo. Mit Frau Generator, Karsten Krampitz, Taxi Berlin, Ahne, Dietrich, Rebecca, Dirk, OZ, Jero und mir.  Zum Nachhören hier:

http://dl.getdropbox.com/u/714721/Wahlsonntag1%20%28%231%29.mp3

http://dl.getdropbox.com/u/714721/Wahlsonntag2.mp3

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Zur Wahl

Sonntag, 12 – 14 Uhr, Lottumstraße 9, Radio Voodoo, Wahlparty mit Frau Generator und Gästen. Es gibt Bulletten und Bier. Ihr seid eingeladen, mit uns über Eure Lieblings- bzw. Hasspartei zu diskutieren oder darüber, warum Ihr keinen Bock habt, zu wählen. Wer lieber zuhause zuhören möchte: 99,1 oder http://www.herbstradio.org

http://www.youtube.com/watch?v=2loqn800Dr8

http://www.youtube.com/watch?v=1bNUtsTf3Yo

http://www.youtube.com/watch?v=P3RSyZ0t_xM

Ein Kommentar

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Eine Rede

Ach wie schön, wenn man auf sich auch mal eine Laudatio gehalten bekommt. Hier die von Boeldecke, Fan der Surfpoeten der ersten Stunde:

Der lange Abschied des Robert Weber

Autor: Bong Boeldicke

Wie alles anfing

Ein guter Freund aus grauen Punkvorzeiten gab mir damals den entscheidenden Tipp:

„Guck dir das mal an“, meinte er, „und sag mir, was du davon hältst.“ Gerade als studierter Besserwisser, allerdings mit Hang zum Abseitigen, war ich natürlich sofort Feuer und Flamme. Ein Lesekreis literarischer Laien, wohl als Gegenentwurf zu verbildeten Literaturveranstaltungen und neumalklugen Colloquien gedacht,  genialische Kleinkunst  in feuchten Kellergewölben, das klang interessant.

Also ab in die Bergstraße, ins Bergwerk, der ersten Surfpoetenlocation. Den Einlass machte damals noch der Chef selbst. „Herzlich willkommen bei den Surfpoeten“, hieß es mit entwaffnender Freundlichkeit, die so gar nicht zu den radikalen Kurzhaarfrisuren der Ahnes und Tubes passen wollte. Man war plötzlich in einer anderen Welt. Da war eine verschworene Gruppe praktizierender Autodidakten, die die versammelte Gemeinde in ihren Bann zog, indem Alltägliches liebevoll dekonstruiert und mit feinem Gespür für Komik weiterbearbeitet wurde. Auftritte fanden statt, wenn mindestens so viele Zuschauer wie Literaten anwesend waren. Allerdings war es bald so voll, dass man ins Stasiobjekt am Weinbergswegpark umzog, um  schließlich im Mudd Club zu landen. Anfangs mit dabei die Gründungsmitglieder Stein, DJ Lt. Surf , der Stimmakrobat und Womanizer Sascha Rasowich, Gunnar Klemm, Ahne, Tube, dann natürlich Robert Weber, der hier zum letzten Mal auftritt und um dessen Wirken es im Folgenden geht.

Zunächst etwas Grundsätzliches: Ob Weber, wie Stein ein Wessi ohne Künstlernamen, je Mitglied im Votzenblock, dem militanten Arm der Surfpoeten, gewesen ist, weiß ich nicht, nehme aber an, dass er sich den Spaß, eine Scientologenversammlung durch lautes Absingen von Udo Jürgens – Hymnen  zu beenden, trotz aller Andersartigkeit und Distinktion nicht entziehen konnte.

Ich habe mich zwar immer als Mitglied des Votzenblocks gesehen, habe aber leider nur an wenigen Aktionen, so es denn viele waren, teilgenommen. Beim genannten Ereignis war ich nicht zugegen, auch nicht, ebenfalls leider, beim sozial Essen gehen.

Andersartigkeit und Distinktion? Genau das ist das Thema. Während sich die anderen Mitglieder des ostig geprägten Lesekreises darin gefielen, Publikumserwartungen auf immer  ähnliche  Weise zu bedienen, um ein „entrücktes Dauergrinsen“  – so damals der Deutschlandfunk – auf die Gesichter der Zuschauer zu zaubern , gefiel sich Weber schon früher darin, endlose Hörspielserien zu ersinnen und diese live zu präsentieren. Eins wurde sofort klar: Hier ging es nicht um „Ich hab da mal was geschrieben …“ – hier zeigte sich bereits der Weber’sche Hang zum Monumentalen, zur Konzeptkunst. Seine damaligen Mitstreiter, alles keine Schauspieler, dafür Artikulationskünstler und Rampensäue, selbst der Leutnant, jeder erhielt von Robert lange Textfahnen, die ohne Probe vorgelesen und möglichst originell performt  werden sollten. Aber es funktionierte perfekt, das Publikum war begeistert.

Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass heutige Großproduktionen für namenhafte Sender ohne legendäre Serien wie „Die unglaublichen Abenteuer des Kai von Kühn“  oder „Mike Vamp – der Monsterjäger“ gar nicht möglich gewesen wären.

Monster auf der Schrankwand

Das Monströse und die Lust an der Grenzüberschreitung ziehen sich leitmotivisch durch das gesamte Werk des Robert Weber – inhaltlich und formal. Ganz deutlich immer die Abwendung von stereotypen Lese- bühnenkonventionen, sei es durch minimalistische Kurztexte oder monologische Extravaganzen wie die sprachgewaltigen „guten Gründe, sich vorzeitig zu verabschieden“. Dennoch: Im Mittelpunkt des Weber’schen Werkes steht immer das Serielle, die Wiederholung des ewig Gleichen, das Spiel mit Wiedererkennbarem. Es geht um die Lust an möglichtst abwegigen Rahmenhandlungen, wo bizarr überzeichnete Haupt- und Nebenfiguren aufeinanderprallen und es zu einem möglichst grotesk konstruiertem Schlagabtausch kommt.

Im Idealfall entstanden so Perlen, die unvergesslich bleiben, auch wenn ihnen nicht gleich europäische Hörspielpreise beschieden waren.

Die im folgenden genannte Folge war zwar eine andere („Rostock“) bzw. verquierlt der gute Boeldicke hier zwei Folgen miteinander, was aber nicht schlimm ist. Den Vergleich mit Fassbinder halte ich doch sehr gewagt.

Zum Beispiel meine Lieblingsfolge aus der Kai von Kühn – Reihe, „Achmed, die U-Bahn – und das Kind“: ein vietnamesischer Vietkong, der aus seiner Rostocker Imbissbude auf  friedensbewegte Gegende- monstranten feuert, da deren Cannabisausdünstungen ihn an kiffende GI’s und entsprechende Kämpfe erinnern. Mit dabei Stein in seiner Paraderolle als Kommissar Schulz, mit grünen Trenchcoat, roter Baseballmütze und martialischem Flammenwerfer,  Chef des SEK Mustafa. Ein Schlag ins Gesicht der Berliner Polizei, krass konkreter Klamauck. Unglaubliche Plots, viel Situationskomik, handwerklich hervorragend gemacht. Die von Sascha  vorgetragenen Weisheiten des alten Meisters schafften einen pseudophilosophischen Rahmen und zeugten schon damals von Robert Webers Gabe, das Profane mit dem Tiefgründigen zu verknüpfen, ohne auf massenkompatible Unterhaltungselemente zu verzichten. Hat Fassbinder nicht ähnlich gearbeitet? Die frühen Serien  mit all ihren Trash- und Comedy-Anleihen zeugten von der Lust des Autors, es mal richtig krachen zu lassen. Als gelernter Sozialpädagoge nahm er trotzdem keine Rücksicht auf zartbesaitete Studentenseelen; vielmehr gab es beim epischen Ungetüm „Käptain Ahabs Flaschenpost“ immer wieder drastische Szenen mit  albanischen Schwanzlutschern und einem über die Reling scheißenden, von Stein verkörperten Anti-Helden. Webers obsessive Bearbeitung von  Melvilles Roman wirkte am besten, wenn sie draußen, im Verein der Visionäre, dargeboten wurde: Man saß selbst am Wasser, umgeben von vorpro- duzierten und authentischen Umweltgeräuschen, und genoss einen Hörspieltrip in merkwürdige, männlich konnotierte Wahnwelten mit anal-sadistischer Prägung. Vielleicht, wie mir  vor kurzem auffiel, war das die unbewusste Fortsetzung von Webers erster Veröffentlichung, dem angeblich mit 18  verfassten Traktat „Der platonische Polygamismus des Exhibitionisten Robert W.“ ?

Das Traktat habe ich tatsächlich mit 18 verfasst und ist leider verschollen.

Nach dem Abdanken von Sascha und Steins tragischem Tod fehlte das klassische Personal zur Umsetzung der Weber’schen Hörspiele. Andererseits trieb ihn sein offensichtlich eiserner Wille sowie die manisch anmutende Produktivität zur Arbeit an neuen Großprojekten: Zunächst die endlose Reihe „Vom Vergessen der Zeit“, eine 40-teilige Odyssee durch 40 Jahre Leben, eine Sisyphosarbeit, um die Jahre 1966 –2006 begreifbar zu machen. Ein Kaleidoskop aus O –Tönen und kuriosen Nebensächlichkeiten. Empfehlenswert als Alternative zum herkömmlichen Geschichtsunterricht, gleichzeitig ein weiterer Abschied von den Surfpoeten und dem damit verbundenen Lesebühnendogmatismus.

Seit dem 2002 mit dem Plopp-Award prämierten Hörereignis „Hinter jeder Ecke ein Heckenschütze vom Arbeitsamt“, wo das Erfurter Schulmassaker mit Hartz IV Tritesse zusammengefummelt wurde, sind Roberts Hörspielproduktionen immer professioneller geworden und werden auf der Homepage als „relevant“ bezeichnet. Komisch: Waren das die frühen Surfpoetenauftritte  nicht auch? Was ist relevanter als die eigenen Roots, die archaische Ursuppe des eigenen Frühwerks?

Die Surfpoeten stehen bei meiner Vita ja ganz oben und haben damit bereits einen Sonderstatus.

Egal, der Mann macht weiter. Ob nun beim  RBB Kulturradio mit  „Zahltag – Die Serie zur Krise“ oder, fast nostalgisch, mit Radio Voodoo, eine regelmäßig ausgestrahlte Sendung mit vielen alten Bekannten aus längst vergangenen Zeiten, offensichtlich die Fortsetzung der gleichnamigen Ich AG, allerdings audiophiler.

Alles weitere findet man  bei „Nachrichten aus  der Scheinwelt“, übrigens ein altes Thema von Uschi 66, dem Verein für Streitkultur und Unterhaltung, an dessen Sitzungen Herr Weber zwar häufig teilnahm, ohne jemals die monatlich anfallenden Mitgliedsbeiträge entrichtet zu haben.

Abschiedsrituale

Warum Weber erst jetzt die Surfpoeten verlässt, ist eigentlich unklar. Hat die derzeitige Veranstaltung doch nur noch wenig  Magisches, und das leider seit Jahren. Wie ich höre, war Mobbing im Spiel. Vielleicht auch Überdruss, Langeweile.

Mobbing ist ja so ein Schlagwort, das aber hier nicht passt. Letzten Endes dachte ich ja schon seit Michaels Tod daran, auszusteigen. Und nachdem Ahne und Spider weg waren, waren die Surfpoeten für mich einfach nicht mehr die Surfpoten, sondern just another Lesebühne, in der ich mich nicht mehr zuhause fühlte. Ich stand vor der Alternative anpassen oder loslassen.

Auf jeden Fall muss es sehr befreiend sein,  pro Woche nicht mehr ein bis zwei neue Texte zum Besten geben zu müssen.

Ja und nein. Schwierig ist für mich zunächst, eine neue Form, eine neue Struktur des Arbeitens zu finden. Mittwochs ist eben immer Abgabetermin gewesen. Den muss ich mir jetzt selber setzen.

Heute Abend also das Finale.

Ein letztes Mal Grenzüberschreitung. Eingeweihte wissen: So ein Abschied kann dauern. Im Falle von Robert Weber, dem Meister des Doch-nicht-Losgehens, des Nur-so-Tuens, weiß man nie, was kommt. Nachher sind wir schlauer.

Eine Rückkehr zu den Surfpoeten wird es sicher nicht geben, aber vielleicht mache ich im nächsten Jahr was Anderes mit Anderen.

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Blutrache

Ich tötete Luigis Bruder, er die Schwiegertochter meines Vaters, ich den Sohn der Tochter seines Großvaters und er die Familie, mit der mein angeheirateter Onkel befreundet war. Dafür erwürgte ich seine Katze und er ertränkte meinen Goldfisch. Unglücklicherweise stammte die Katze von Luigi aus dem Wurf eines Katers, mit dem der Sohn des Paten einmal gespielt hatte.

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