Monatsarchiv: März 2010

Feiertag

Ist für mich schon heute. Zum einen hat sich der SWR entschieden, nicht nur vier, sondern acht Folgen meines Filmquizes auszustrahlen (der NDR macht gleich zehn und das Berliner Radio für Erwachsene diskutiert wohl noch Wochen, nicht ob sie’s machen, sondern wen sie an meiner Stelle rausschmeißen müssen*), zum anderen bin ich endlich aus dem U-Boot rausgeflogen (Internetstammtisch der Lesebühnen, was ein Verein, aber wenigstens gab’s keine Diskussionen, und wenn, bekomme ich sie nicht mehr mit). Im Prinzip eine konsequente Fortführung meines Loslösungsprozesses, der mit dem Austritt bei den Surfpoeten begonnen hat. Zum dritten hat Frau Generator heute endlich ihren Scheiß-Zahn entfernt bekommen, weshalb sie nicht zum Essen kommt.

(Hier sollte eigentlich das Foto vom  Kiefer-chirurgisch entfernten Zahn kommen, wurde aber wegen „extremly violent“ von Facebook entfernt)

DAS ist ein Gulasch

Daher gibt es heute ein Wiener Kräutergulasch mit selbstgemachten Semmelknödeln, extra zubereitet für meine beiden Co-Moderatoren bei Radio Voodoo**, Dietrich W. Dietrich und Taxi Berlin, die aber ihre Frauen nicht mitbringen dürfen, weil meine Küche zu klein ist (aber hoffentlich Wein). Warum ein Wiener Gulasch nicht mit dem Deutschen zu vergleichen ist und wie das geht, mit den Semmelknödeln, dazu später mehr.

*Habe natürlich vorgeschlagen, sich den Sendeplatz zu teilen, nur, um Kapitalismuskritik vorzubeugen.

** Voraussichtlich wieder im Juni on Air.

Ein Kilo Rinderschmorbraten in große Stücke zerteilen, anbraten und mit Rotwein ablöschen, eine Möhre, eine Petersilienwurzel, Lorbeerblätter, Wacholderbeeren und ein großes Stück Sellerie dazugeben, etwa zwei Stunden köcheln lassen. Nach einer Stunde frische Kräuter zugeben, eine viertel Stunde vorm servieren noch Pilze dazu. Die Soße mit einem Schuss Sahne verfeinern und mit Mehlschwitze andicken.

Für die Semmelknödel acht alte Schrippen kleinschnippeln und in ca. 1/4 Liter heiße Milch einweichen. Schnittlauch, Petersilie, zwei Eier, Muskatnuss und einen Löffel Gemüsebrühe dazu, alles mit den Händen durchkneten und Tennisball große Knödel formen. Für etwa 20 Minuten in siedendes Wasser geben.

Kosten: Ca. 15 Euro für 4.

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Entenbrust vegetarisch

Wenn man die Entenbrust weglässt.  Nur Fenchel in Butter geschmort und mit Kokosmilch abgelöscht, dazu Reis schmeckt aber auch sehr gut.

Die Entenbrust auf der Fettseite rautenförmig einschneiden, dann salzen, pfeffern, beidseitig mit Honig beschmieren und frische Kräuter (hier Salbei, Rosmarin, Thymian) draufstreuen und kurz anbraten. Danach für 10 Minuten in den Backofen.

Kosten: Ca. 7 Euro für einen.

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Randnotizen

– Den Tag mit Gartenarbeit verbracht, lauter Essbares angepflanzt, die nächste Krise kann kommen.

– Alle kriegen Geld, bloß ich nicht.

– Ich gebe zuviel Geld aus.

– Taxi Berlin schickt mir 25 Mails mit dem gleichen Inhalt. Shit happens.

– Immer noch chronisch müde. Das Sonnenbier hat auch nicht geholfen.

– Lara ist beleidigt, weil ich meinte, sie solle nicht böse sein, wenn ihr Freund bei „Precious“ einschläft. Das läge an einem Gen auf dem X-Chromosom. Ich habs nicht mal geschafft, den Trailer zuende zu gucken. Inhalt: 16jähriges, fettes, schwarzes Mädchen hat zwei Kinder, wird von ihren Eltern sexuell missbraucht, ist Analphabetin und hat HIV. Aber alles geht gut aus, dank Mariah Carey. (Normalerweise brauche ich eine Minute, um einen Film nachzuerzählen. Hier reichen fünf Sekunden.)

– Nachher kommen Mareike und Ina zum essen. Es gibt Fisch und Salat.

– Eigentlich ein Fall für Facebook.

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Schlafes Bruder

Beim stetigen Tröpfeln des Regens aufgewacht, weitergedöst und wieder eingeschlafen, um 14 Uhr schließlich aufgestanden. Das könnte ich tagelang so machen, und ich fürchte, es ist nicht die Frühjahrsmüdigkeit, es ist die reine Erschöpfung.

Da besinnt man sich der alten Freunde. Ralf Schuster ist so einer, mit dem ich in meinen Jugendjahren durchs Land tingelte und Kabarettbesucher aus den Sälen trieb.

Weber & Schuster 1990, irgendwo

Daneben gaben wir ein Fanzine heraus, ein, wie damals üblich, liebevoll aus Schnipseln zusammengeklebtes und anschließend billig kopiertes Dings …

… Und irgendwann machten wir sogar mal eine Single in einer Auflage von 500 Stück, von denen heute noch dreihundert herumlungern.

Nahezu unverkäuflich, 1990

Unsere Programme trugen Titel wie „Pissed“ oder „Das schrecklichste Kabarettereignis dieser Saison“. Eines unserer Plakate hing eine zeitlang wohl in jeder studentischen Wohngemeinschaft Nürnbergs, leider habe ich keines mehr davon.

Datum unbekannt

Zusammengefasst war es wohl eine Mischung aus Punk & Dada, die uns, auf dem Höhepunkt, sogar in die Feullietongs der Zeit und der Süddeutschen hievte.

Irgendwann landeten wir damit auch für ein dreiwöchiges Gastspiel in Berlin, in der Scheinbar, wo man sich heute noch mit Schrecken an uns erinnert.

Weber & Schuster 1991 in der Scheinbar

Schuster blieb gleich dort, ich zog zurück und ertrank in ländlicher Einöde.

Ochsenfurt 1993 - Weber macht mit Freunden einen drauf

Seit über zehn Jahren lebt Schuster nun in Cottbus, wohin es ihn der Arbeit wegen verschlagen hat. Irgendwas mit Medien an der Universität, eine konsequente Fortführung seiner Anfänge mit der Super 8 Kamera.

Weber und Schuster bei den Dreharbeiten zu "Käptn Flint", 1986

Im Gegensatz zu mir, der ich das Geld immer mit vollen Händen ausgebe, sofern ich es habe, ist Schuster ein sparsamer Mensch, deshalb hat er heute, im Gegesatz zu mir, auch zwei (oder drei?) Häuser. Eines (oder zwei) steht in Cottbus und eines in Lieberose. Und dort steht immer eine Wohnung leer, die Schuster für erschöpfte Schriftsteller zur Verfügung stellt.

Schuster schreibt: „Ob man dort vor Langeweile dahinsiechen wird oder mit geiler Inspiration und bizarren Obskuritäten unterhalten wird, kann man wohl erst sagen, wenn man dort ist.“ Ich werde im April von dieser Eremitage aus berichten. Vier Wochen, so mein Vorsatz, bleibe ich dort. Mal sehen, wie lange ich es aushalte.

Weber & Schuster in Jugoslawien, 1985

Ein aktuelles Foto von uns folgt, sobald ich da bin.

P.S. Mit den Ferienprospekten ist das immer so eine Sache. Schuster hat die Postkartenwohnung inzwischen vermietet. Einquartiert werde ich jetzt dort:

Erinnert mich irgendwie an meine ersten Monate in Berlin, wo ich auf einem Dachboden gehaust habe. Na ja, ein paar Blümchen hier und da und schon sieht es freundlicher aus.

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Hähnchenkeule auf Kräutern gebacken

und vorher in Olivenöl angebraten, mit  Spinat und Backkartoffeln. Eigentlich nicht weiter erklärungsbedürftig.* Kosten: Ca. 5 € (Biofleisch)

Ansonsten noch mal von vorn anfangen (s. Hells Kittchen).

*Also das Ding nach dem anbraten in eine feuerfeste Form packen, zusammen mit Rosmarin, Thymian, Salbei, Knoblauch (ganz) und Zitronengras, ein Schuss Gemüsebrühe und die rohen Kartoffeln einfach dazu legen. Etwa eine Stunde im Backofen backen. Spinat geht auch tiefgefroren, hier frisch und kleingeschnippelt mit einem Schuss Olivenöl, Muskatnuss und etwas Gemüsebrühe etwa 10 Minuten gekocht.

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Den Frühling herbei essen

So, ich hab die Schnauze voll, für mich ist jetzt Frühling, zumindest läute ich den mal kulinarisch ein. Dazu Tintenfischtuben in Streifen schneiden, panieren (in Ei und Mehl wälzen) und in Olivenöl frittieren. Desweiteren ein Lachskotelett und zwei Garnelen in Butter anbraten, das Ganze auf einem Salatbett anrichten, dazu selbstgemachten Zaziki (ein Stück Salatgurke in stinknormalen Quark reiben, dazu fein geschnittenen Schnittlauch, etwas Zitronensaft und mit Salz zerdrückten Knoblauch) und selbstgemachte Pommes (Kartoffeln in dünne Streifen schneiden, pfeffern, Salzen, in Öl wälzen und ab in den Backofen) und es ist gleich 10 Grad wärmer. Der Fisch hat ca. 5 Euro gekostet, der Rest vermutlich noch mal zwei. Reicht für ein romantisches Dinner oder für einen Vielfraß.

Das Rote ist Balsamicocreme. Es war köstlich.

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Grüße von Krampe

Während sich unsereins hier den Arsch abfriert, lässt es sich der Kollege Krampitz in Kroatien bei selbstgeernteten Steinmuscheln gut gehen. So sieht Arbeit aus, meine Freunde:

Zwei Monate darf sich der Stipendiat dort vergnügen. Im Anschluss geht es dann für fünf Monate nach Klagenfurt als Stadtschreiber, dort soll es landschaftlich ja auch sehr schön sein. Danach will der Herr seinen Doktor machen, was ihm widerum mit einem Stipendium der Rosa Luxenburg Stiftung ermöglicht wird, welches sich über zwei Jahre erstreckt. Zitat Karsten: „Dann kann man sich endlich wieder mit mir über Selbstverbrennung unterhalten.“ Ich freu mich schon drauf.

Alle Fotos: Karsten Krampitz.

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