Der erste, schöne Tag hier

Und schon finden sich Freunde (die übrigens genauso bekloppt sind, wie ihre T-Shirts. Man kennt die Typen ja nur aus irgendwelchen bekloppten Reportagen, aber die sind wirklich so). Hitler wäre eine große Führungspersönlichkeit gewesen, Deutschland habe ja fast den Krieg gewonnen, nur ein paar kleine, strategische Fehler begangen, wären ja bereits mit unseren U-Booten vor Amerika gestanden usw.

Woraufhin ich nicht widerstehen konnte, meinen Lieblingshitlerwitz anzubringen: Als Hitler in die zerstörte Reichshauptstadt zurückkehrte, soll er gesagt haben: Das hat auch seine Vorteile. Jetzt kann ich von der Ost- zur Westfront mit der S-Bahn fahren und spare auch noch Geld dabei. (Den Witz erzählte man sich laut Hitlers Sekretärin übrigens tatsächlich in den letzten Tagen des Führerbunkers.)

Entweder fanden sie den nicht witzig oder sie haben ihn nicht verstanden. Auch mein Hinweis auf den großartigen Militärstrategen Sun Tsu, nachdem so ein Krieg niemals hätte gewonnen werden können, weil … Jedenfalls zog ich es zügig vor, mich, unter Hinweis auf meine Erkältung, zurückzuziehen.

S. (aber nicht S.chuster) wohnt hier im Haus, ist also mein (temporärer) Nachbar. Hat angeblich „Mein Kampf“gelesen und hält sich für einen Arier (man o man, der hält selbst Hitler für einen Arier). Ob ich denn Mein Kampf gelesen habe? Mein Hinweis, dass man alleine schon aus literarischen Gründen so einen Schund nicht lesen könne, weil es unglaublich schlecht geschrieben sei, stieß auch irgendwie nicht auf wirkliches Verständnis, und das ich aus Bayern stamme, überschritt fast seine Toleranzgrenze (und das, obwohl Hitlers Karriere dort ihren Anfang nahm). Als „minderwertig“ wollte er mich aber noch nicht einstufen.

Aber wenn Ihr denkt, hier ist es nur schlimm:

Und ich hab auch jede Menge nette Menschen getroffen.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter scheinwelt

Eine Antwort zu “Der erste, schöne Tag hier

  1. Olaf

    „Auf der fahrt nach Twer verließ Arkadi Moskau und kam nach Russland.
    Kein Mercedes, kein Bolschoi, kein Sushi, keine asphaltierte Welt – stattdessen Schlamm, Gänse, Äpfel, die von Pferdewagen kullerten. Keine Stadtvillen in eingezäunten Wohnanlagen, sondern Kotten, die man mit Katzen und Hühnern teilte. Keine Milliardäre, sondern Männer, die am Rand der Landtstraße Vasen verkauften, weil die Kristallfabrik, in der ie arbeiteten, kein Geld hatte und sie deshalb in Naturalien bezahlte, sodass jeder Einzelne von ihnen zum Unternehmer wurde, der eine Vase in der einen Hand hielt und mit der anderen die Fliegen wegwedelte.“

    Weiter so!

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