Monatsarchiv: September 2010

Frozen River

Herber Film über ein hartes Land in einer harten Zeit mit einer herben Frau. Bewegend.

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Was macht eigentlich …

Robert Weber, ehemals Gründungsmitglied der Surfpoeten, die sich inzwischen neu formiert und hoffentlich auch stabilisiert haben.

Nun, Robert Weber genießt es, endlich mal links liegen gelassen und nicht ständig auf der Straße von irgendwem gegrüßt und vollgequatscht zu werden. Popularität hat eben auch seine Schattenseiten. Ständig sieht man seine Fresse in der Zeitung, hört seine Stimme im Rundfunk oder wähnt sich zur besten Sendezeit im Fernsehen, wildfremde Weiber wollen einem an die Wäsche, die vielen Freidrinks und kostenlosen Kulturveranstaltungen, die Tourneen zu gottverlassenen Städten des In- und Auslands nebst verwanzter Unterbringung in Mehrbettzimmern; irgendwann ist man zu alt für diese Scheiße  …

Heute betreibt R.W. still und leise seine Hörspielfabrik, unbemerkt von der Öffentlichkeit, niemand weiß, wer er ist, niemand merkt sich seinen Namen und sein Gesicht sowieso nicht. Dafür kann er jetzt völlig unbehelligt völlig absurde Sachen machen, ein Zombiehörspiel, Liebesbriefe von 100 Jahren zu einem Briefroman verwursteln, ein Stück über Scharfschützen in Afghanistan schreiben oder Homosexuelle beschimpfen, kein Schwein juckt’s, und das ist schön so.

Jedenfalls wünscht er seiner alten Truppe alles Gute. Bei Gelegeneheit wird er mal wieder reinschauen und hoffentlich keinen Eintritt zahlen müssen. Falls ihn der Barmann noch erkennt, bekommt er bestimmt auch noch ein Bier ausgegeben.

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Besser heizen als leuchten

Ausnahmsweise mal ein Productplacement auf meinem Block (keine Sorge, ich bekomme kein Geld dafür, dafür aber der Regenwald). Gemeint ist der Heatball, Energieeffizienzklasse A, passt in jede Glühbirnenfassung und spendet Wärme in den kommenden Wintermonaten. Das dabei auch Licht abgegeben wird, na ja, das kann man verschmerzen. Preislich liegt der Heatball etwa auf dem Niveau einer Glühbirne und ist in den Heizkategorien 75 und 100 Watt erhältlich.

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Programmänderung Radio Voodoo

Kommenden Sonntag ist bei mir zu Gast auf Radio Voodoo (99,1 Mhz., 12 – 14 Uhr): Karsten Krampitz, der über seinen 5monatigen Aufenthalt in der SS-Literatur-Hochburg Klagenfurt berichten wird. Dort wird zwar der renommierteste, deutschsprachige Literaturpreis verliehen, aber nach ausleihbaren Büchern sucht man vergeblich, denn es gibt keine Bibliothek. Eigentlich auch eine Katastrophensendung, aber nicht wie vorgesehen.

RICHTIGSTELLUNG

Hast du deine Medikamente abgesetzt? Klagenfurt ist doch keine SS-Hochburg, allenfalls ist das naheliegende Maria Saal mit seinem Ehrenhain am Ulrichsberg ein Wallfahrtsort für solche Leute. Und Klagenfurt hat auch jede Menge Bibliotheken (in der Uni und bei der Arbeiterkammer). Josef Winkler hatte im letzten Jahr (bei seiner Eröffnungsrede des Bachmannwettbewerbs) den Freiheitlichen vorgeworfen, es gäbe keine „Stadtbibliothek“ für die Jugend. Was nicht stimmt. Sie heißt nur nicht so. Hauptsache, es stehen Bücher in den Regalen.

(Karsten Krampitz)

Die Kärntner Tageszeitung über K.K. (oder Karsten „Kuk Kuk“ Krampitz, wie er dort genannt wird):

Maria Saal, Klagenfurt Eine Begegnung der „dritten Art“ hatte Klagenfurts Stadtschreiber Karsten Krampitz beim sonntägigen Ulrichsbergstreffen beim Herzogstuhl. Der Berliner Autor, der im Vorjahr den Publikumspreis beim Bachmann-Literaturbewerb gewonnen hat, ist seit Mai Gast der Stadt. Im Festzelt beim Herzogstuhl wurde er aber gleich drei Mal zum Verlassen aufgefordert. Krampitz: „Der Chef der Ulrichsberggemeinschaft (Engelbert Tautscher, Anm.) hat mir gesagt, ich habe Hausverbot, einfach so, ohne Begründung. Ich fand das lustig. Vielleicht sagte er das, weil ich längere Haare habe.“ Krampitz erklärte, die Heilige Messe mitfeiern zu wollen, dann habe er doch bleiben dürfen. Krampitz: „Ein Festzelt voller Nazis, die Gott um Vergebung bitten! Dass ich das noch einmal erleben darf! Und ich bin so oft fotografiert worden!“ Gekleidet sei er ganz unauffällig gewesen: grüner Parker, ein Matrosen-Pulli, Jeans. „Im Laufe der Zeit hat sich bei mir dann Geborgenheit eingestellt. Drei bis vier 1-Meter-80-große Männer haben sich zu mir gesellt, sie haben nicht geklatscht, aber Essensmarken erhalten.“

Auch über seine Aktion, sich das Jörg Haider Gästebuch aus der Jörg Haider Austellung „ausgeborgt“ zu haben, gibt es einiges zu berichten. Die Kleine Zeitung meint:

Was war das für eine Aufregung, als im Mai das Gästebuch der Jörg-Haider-Ausstellung im Bergbaumuseum verschwand. Aufgetaucht ist es bekanntlich in einem Plastiksackerl an der Tür der Kleinen Zeitung. Hingehängt hat es dort Karsten Krampitz, damals frischgebackener Klagenfurter Stadtschreiber: „Man hat mich gebeten, für den Bachmann-Preis-Schwerpunkt der Literaturzeitschrift Volltext etwas über Klagenfurt zu schreiben. Eine Rezension des Gästebuches schien mir eine gute Idee, weil die Eintragungen so authentisch sind“, erzählt er und wirkt noch Monate später ein bisschen verwundert über den Wirbel, den er verursacht hat.

Wird bestimmt eine lustige Sendung. Also: Stay Tuned!

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Hier spricht Dein liebster Feind

Morgen auf Deutschlandradio Kultur zu besten Sendezeit. Geheimsender im 2. Weltkrieg. Ein Feature von Falko und mir.

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Fremd im eigenen Land

Ein Bulgare in Bulgarien zwischen Schwarzbrannt und Friedhof – So der Titel der morgigen (Sonntag) RADIO VOODOO Sendung. Wie immer zwischen 12 und 14 Uhr auf der 99,1 oder per Livestream.

Zu Gast: Taxi Berlin

Desweiteren Ahne mit den Nachrichten aus der Scheinwelt, Karsten Krampitz fährt, aus Klagenfurt zugeschaltet, den Problemlaster, Dietrich W. Dietrich spricht das Nietsche-Wort zum Montag, Jero regelt die Regler und sorgt für stimmungsvolle Tanzmusik und icke moderier.

Karsten Krampitz zu morgen übrigens:

„Morgen wird lustig: Während du mich anrufst, werde ich gerade beim Treffen der Waffen-SS sein. Das findet morgen hier statt. Ich steh natürlich bei der Antifa am Ulrichsberg, also im Polizeikessel. Wie kann man denn das ironisch verarbeiten? – Der Ulrichsberg ist ja überhaupt nicht barrierefrei, und dann die alten SS-Leute mit ihren Rollstühlen… Ein Skandal.“

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Gentrifizierungsverlierer

Mein Weinhändler, bei dem ich seit etwa fünf Jahren gelegentlich ’ne Flasche mitnehme, macht dicht, am Dienstag. Der Prenzlauer Berg sei nicht mehr das, was er sei, immer mehr Leute vom Land zögen hierher, dass Hippe der 1999er wäre vorbei, überhaupt, alles zu oberflächlich. Er ginge in die Nähe von Bremen, Abschiedssause gäbe es keine, hätte er nicht nötig, das Sortiment nähme er mit. Seine Wohnung hätte ihm auch nicht mehr so gefallen, der freie Blick fehle, 98 qm für 900 warm, zwei Badezimmer, eine Sauna, Dachterasse, war zwar ganz ok, aber jetzt habe er das offene Land vor Augen. und wo das alles hinführe, mit der Gentrifizierung, das wisse er auch nicht.

Manchen Leuten sagt man einfach gerne good bye. In diesem Sinne: Fick Dich, Arschloch!

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