Programmänderung Radio Voodoo

Kommenden Sonntag ist bei mir zu Gast auf Radio Voodoo (99,1 Mhz., 12 – 14 Uhr): Karsten Krampitz, der über seinen 5monatigen Aufenthalt in der SS-Literatur-Hochburg Klagenfurt berichten wird. Dort wird zwar der renommierteste, deutschsprachige Literaturpreis verliehen, aber nach ausleihbaren Büchern sucht man vergeblich, denn es gibt keine Bibliothek. Eigentlich auch eine Katastrophensendung, aber nicht wie vorgesehen.

RICHTIGSTELLUNG

Hast du deine Medikamente abgesetzt? Klagenfurt ist doch keine SS-Hochburg, allenfalls ist das naheliegende Maria Saal mit seinem Ehrenhain am Ulrichsberg ein Wallfahrtsort für solche Leute. Und Klagenfurt hat auch jede Menge Bibliotheken (in der Uni und bei der Arbeiterkammer). Josef Winkler hatte im letzten Jahr (bei seiner Eröffnungsrede des Bachmannwettbewerbs) den Freiheitlichen vorgeworfen, es gäbe keine „Stadtbibliothek“ für die Jugend. Was nicht stimmt. Sie heißt nur nicht so. Hauptsache, es stehen Bücher in den Regalen.

(Karsten Krampitz)

Die Kärntner Tageszeitung über K.K. (oder Karsten „Kuk Kuk“ Krampitz, wie er dort genannt wird):

Maria Saal, Klagenfurt Eine Begegnung der „dritten Art“ hatte Klagenfurts Stadtschreiber Karsten Krampitz beim sonntägigen Ulrichsbergstreffen beim Herzogstuhl. Der Berliner Autor, der im Vorjahr den Publikumspreis beim Bachmann-Literaturbewerb gewonnen hat, ist seit Mai Gast der Stadt. Im Festzelt beim Herzogstuhl wurde er aber gleich drei Mal zum Verlassen aufgefordert. Krampitz: „Der Chef der Ulrichsberggemeinschaft (Engelbert Tautscher, Anm.) hat mir gesagt, ich habe Hausverbot, einfach so, ohne Begründung. Ich fand das lustig. Vielleicht sagte er das, weil ich längere Haare habe.“ Krampitz erklärte, die Heilige Messe mitfeiern zu wollen, dann habe er doch bleiben dürfen. Krampitz: „Ein Festzelt voller Nazis, die Gott um Vergebung bitten! Dass ich das noch einmal erleben darf! Und ich bin so oft fotografiert worden!“ Gekleidet sei er ganz unauffällig gewesen: grüner Parker, ein Matrosen-Pulli, Jeans. „Im Laufe der Zeit hat sich bei mir dann Geborgenheit eingestellt. Drei bis vier 1-Meter-80-große Männer haben sich zu mir gesellt, sie haben nicht geklatscht, aber Essensmarken erhalten.“

Auch über seine Aktion, sich das Jörg Haider Gästebuch aus der Jörg Haider Austellung „ausgeborgt“ zu haben, gibt es einiges zu berichten. Die Kleine Zeitung meint:

Was war das für eine Aufregung, als im Mai das Gästebuch der Jörg-Haider-Ausstellung im Bergbaumuseum verschwand. Aufgetaucht ist es bekanntlich in einem Plastiksackerl an der Tür der Kleinen Zeitung. Hingehängt hat es dort Karsten Krampitz, damals frischgebackener Klagenfurter Stadtschreiber: „Man hat mich gebeten, für den Bachmann-Preis-Schwerpunkt der Literaturzeitschrift Volltext etwas über Klagenfurt zu schreiben. Eine Rezension des Gästebuches schien mir eine gute Idee, weil die Eintragungen so authentisch sind“, erzählt er und wirkt noch Monate später ein bisschen verwundert über den Wirbel, den er verursacht hat.

Wird bestimmt eine lustige Sendung. Also: Stay Tuned!

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2 Kommentare

Eingeordnet unter scheinwelt

2 Antworten zu “Programmänderung Radio Voodoo

  1. Karsten Krampitz

    Um Gotteswillen, Kollege Weber!

    Hast du deine Medikamente abgesetzt? Klagenfurt ist doch keine SS-Hochburg, allenfalls ist das naheliegende Maria Saal mit seinem Ehrenhain am Ulrichsberg ein Wallfahrtsort für solche Leute.
    Und Klagenfurt hat auch jede Menge Bibliotheken (in der Uni und bei der Arbeiterkammer). Josef Winkler hatte im letzten Jahr (bei seiner Eröffnungsrede des Bachmannwettbewerbs) den Freiheitlichen vorgeworfen, es gäbe keine „Stadtbibliothek“ für die Jugend. Was nicht stimmt. Sie heißt nur nicht so. Hauptsache, es stehen Bücher in den Regalen.

    Schöne Grüße aus Klagenfurt. Wir sehen uns Sonntag.
    Karsten

    • robertweber

      Also wenn Du mir sagst, wo ich mir in Klagenfurt Erich Kästner, Astrid Lindgren, Die drei ???, Jack London oder die Gebrüder Grimm ausleihen kann, nehme ich das mit den Bibliotheken zurück.

      Ich vermute aber, dass „Mein Kampf“ kein Problem sein wird, natürlich nur zu „Studienzwecken“. Vielleicht können wir uns daher auf die SS-Literaturhochburg Klagenfurth einigen? (Der Bachmannpreis hat ja auch etwas von einem Volksgerichtshof.)

      Wir klären das alles in einem emotional aufgeladenen Streitgespräch bei Radio Voodoo am Sonntag. Du kannst auch gerne Deinen neuen Landeshauptmann mitbringen, bist ja jetzt quasi Ösi.

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