Hauptausschüttung der VG-Wort 2012 geplatzt? Oder: Transparenz sieht anders aus.

Neues von der VG Wort. Laut aktueller Mitteilung tritt der Verwaltungsrat am 14. August zusammen, um über die Hauptausschüttung zu beraten. Eine Mitteilung darüber, wie das Marken- und Patentamt nun entschieden hat, gibt es nicht. Laut der letzten Mitteilung der VG-Wort zum Thema wäre allerdings, so schlussfolgere ich, eine Beratung des Verwaltungsrates unnötig, hätte sich das Marken- und Patentamt hinsichtlich der Ausschüttung positiv geäußert und die Schecks gingen diese Woche raus.
Das nenne ich mal in Sachen Mitgliederinformation vorbildlich und transparent.
Die jüngste Mitteilung wurde übrigens direkt nach einer persönlichen Anfrage, wie denn nun der Stand der Dinge sei, ins Netz gestellt. Warum der Verwaltungsrat erst in zwei Wochen zusammentritt, wird nicht erläutert. Eine weiter Anfrage, heute gestellt, wie sich denn nun das Marken- und Patentamt geäußert hat, wartet noch auf Antwort.
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7 Kommentare

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7 Antworten zu “Hauptausschüttung der VG-Wort 2012 geplatzt? Oder: Transparenz sieht anders aus.

  1. Werner Schaefer

    Ich denke auch, dass das DMPA negativ beschieden hat.
    Beim VDD las ich nämlich folgendes: „Bei einem negativen Bescheid des Patentamtes wird der Verwaltungsrat mit der Geschäftsführung schnellst möglich zusammenkommen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.“
    Zum Nachlesen: http://www.drehbuchautoren.de/nachrichten/2012/06/vg-wort-aktuelle-information

    • robertweber

      Ja, davon gehe ich auch aus. Aber dass sie das nicht auch so hinschreiben, und man sich das selber zusammen klamüsern muss, was gerade Sache ist, das stört mich doch gewaltig. Meine Anfrage wurde so beantwortet: „Das DMPA hat weder eine positive noch eine negative Empfehlung abgegeben.“ Was soll das heißen? Das sie überhaupt nicht reagiert haben? Oder dass sie gesagt haben: Macht doch was ihr wollt? Ich denke, dass die VG Wort mit ihrem fetten Arsch die nächsten Jahre auf meinem Geld sitzen bleibt, und die Schuld mit fadenscheinigen Argumenten dem Kläger in die Schuhe schieben.

      • Werner Schaefer

        Mir wurde am Telefon etwas anderes gesagt. Die VG Wort wünscht selbst, ausschütten zu dürfen. Der Verwaltungsrat wird am 14.8. darüber entscheiden, ob die VG Wort sogar selbst gegen den Ausschüttungsstopp klagt. Die wollen nicht auf dem Geld sitzen bleiben und kennen die Nöte ihrer Mitglieder. Ich vermute, dass die Pressemitteilung deshalb so karg ausfiel, weil die echt sauer sind.

  2. robertweber

    Dann nehme ich natürlich alles zurück. Aber gegen wen will sie denn klagen? Gegen sich selbst? Kann mich ja täuschen, aber so, wie ich es verstanden habe, sollte ja das DMPA lediglich eine Einschätzung/Bewertung/Empfehlung abgeben, und kein Verbot aussprechen. Falls es doch so ist, gehört das dennoch klipp und klar den Mitgliedern gesagt, die ja ebenfalls die Möglichkeit einer Sammelklage gegen die VG Wort in Betracht ziehen und die Ausschüttung erzwingen könnten

  3. robertweber

    Und überhaupt stimmt die Argumentation nicht, sie müsse gegenbenfalls ALLE Verträge SÄMTLICHER Mitglieder prüfen, was einen immensen Verwaltungsaufwand bedeute. Es geht doch nur um die Fälle, bei denen bereits VOR einem Wahrnehmungsvertrag mit der VG Wort Verlagsverträge abgeschlossen wurden, und das nur innerhalb der letzten drei Jahre, alles andere wäre Verjährt.
    Ein Aufruf: Hallo, bitte melden, bei wem das so ist, oder er schweige für immer – das würde völlig ausreichen.
    Meines Erachtens nach hat Dr. Vogel, dem ich sicher nicht uneingschränkt zustimme, da irgendwas aufgerührt, was, aus Sicht der VG Wort Wort besser im Keller vergraben geblieben wäre.
    (Irgendwas ist da faul im Staate Dänemark ;-)

  4. W.K. Meisterburg - sozialreport (SCE)

    Die mir vom 1. August vorliegende Information durch den VG-Wort-Vorstand besagt, dass das DPMA die großzügig bemessene Einlassungsfrist buchstäblich bis zum letzten Tag ausgesessen und dann ein Mäuslein kreiert hat mit der Aufforderung an die VG WORT, diese möge gefälligst einen neuen Verwaltungsratsbeschluss herbeiführen.
    Offen dabei: Was sollte denn nach Auffassung der Aufsichtsbehörde Inhalt des neuerlichen VR-Beschlusses sein?

    Zugutehalten muss man dem Vorstand allerdings, dass die für den 14. August einberufene Sitzung des VR zum formell frühestmöglichen Zeitpunkt einberufen wurde.

    Mit einigermaßen erfrischender Offenheit begegnet der VG-Vorstand meinem Vorwurf, die Informationspolitik der VG sei nichts sagend so: „Leider gibt „die nichts sagende“ Information auf unserer Homepage exakt die derzeitige Situation wieder.“

    Allerdings unterstelle ich der VG WORT durchaus, dass sie lieber regulär nach dem bereits vorliegenden, also aktuell gültigen Verteilungsplan ausschütten würde. Denn, geschieht das nicht in einem nunmehr kurzen Zeitraum, dräut ein Rattenschwanz an Klagen auf Feststellung und Zahlung. Diesen Klagen würde mit hoher Wahrscheinlichkeit Erfolg beschieden sein. Zwar bestimmen Satzung und Wahrnehmungsvertrag lediglich die Ausschüttung im Folgejahr nach Entstehung der Ansprüche – einer weiteren Verzögerung steht aber die jahrzehntelange Praxis der Ausschüttung Ende Juni/Anfang Juli d.Js. entgegen. Und natürlich auch der Umstand, dass ein gültiger Verteilungsplan bereits seit Mai 2012 vorliegt. Am Ende geriete die VG WORT in die Verlegenheit, Mitgliedern und Wahrnehmungsberechtigten erklären zu müssen, wieso sie die treuhänderisch eingezogenen Beträge in aussichtslosen Prozessen mit den Anspruchsberechtigten anlegt.

    Dem Kommentar von Robert Weber muss ich insofern zustimmen, dass es gar nicht erst darum gehen kann, Einzelfallprüfungen vorzunehmen, wenn Wahrnehmungsverträge mit der VG älter als 2009 vorliegen. In meinem Fall besteht ein Wahrnehmungsvertrag seit einem Vierteljahrhundert. Wie sollen überhaupt umfassende Verlagsverträge mit journalistischen Freelancern zustandekommen? Schließlich verkaufen wir nicht einmal das Erstverwertungsrecht exklusiv,

    Was mich an dieser leidigen Geschichte am meisten verärgert, ist die Unbeweglichkeit im Vergleich zur GEMA; die nämlich hat sich auf den juristischen ‚Königsweg‘ begeben und die regulär abgewickelte Ausschüttung unter schlichten ‚Vorbehalt‘ gestellt. Und das, obwohl die GEMA ungleich stärker von den Auswirkungen des umstrittenen Urteils betroffen wäre; schließlich sind Produzenten- (Verlags-)Verträge im Musikgewerbe eher die Regel als die exotische Ausnahme.

    Alles in allem erinnert mich das derzeitige Hick-Hack sehr an das Kinderspiel um den ‚Schwarzen Peter‘.

    Übrigens hat eine von uns mit der Prüfung der Vorgänge beauftragte Gütersloher Fachkanzlei für Medien-/Urheberrecht binnen zehn Tagen schlüssig und plausibel begründet, weshalb sie den pauschalen Ausschüttungsstopp für contra legem hält und zu unverzüglicher Klage nach Fristsetzung rät. Die Fachjuristen scheinen sich ihrer Sache ziemlich sicher zu sein – sie verzichten sogar auf einen angemessenen Vorschuss.

    Ich denke, wir sollten gleichwohl den 14. August abwarten. Nicht zuletzt deshalb, weil uns Urhebern schon schwant, dass ein vorschneller Sieg vor dem nächstbesten Landgericht dem gegenwärtigen Modell der Verwertungsgesellschaften den Garaus machen könnte.

    Meine Kolleg(inn)en und ich teilen im Übrigen nicht die Rechtsauffassung des Klägers Martin Vogel. Jeder Zweitverwertung unserer Arbeit muss nun mal definitonsgemäß eine Erstverwertung vorhergehen; die aber wird stets ein Gemeinschaftswerk von Urheber und Verlag sein. Es gilt nun mal die einfache Regel: Nicht mein Manuskript wird kopiert, sondern ein von einem Verlag öffentlich gemachtes Produkt.

    • robertweber

      Herzlichen Dank für den ausführlichen und informativen Kommentar. Ich denke, wir sind alle sehr gespannt, was nächste Woche rumkommt.
      Grüße
      Robert Weber

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