Monatsarchiv: Oktober 2012

Vorschau: Februar

Krieg der Köche

In Eus ist die Welt noch in Ordnung. Man hat die längste Sonnenscheindauer in ganz Frankreich und zählt zu den schönsten Dörfern der Grande Nation. Es gibt eine Bäckerei, ein Cafè, einen Lebensmittelladen und das „Petit Grande“, das von Meisterkoch Jaques Gustou mit strenger Hand regiert wird. Jaques ist der ungekrönte Herrscher über die 400 Mägen in Eus. Das ändert sich schlagartig, als der Berliner Bulettenkönig Gustav, der ausgerechnet mit Jaques Nichte verheiratet ist, direkt gegenüber das „Bulettenparadies“ eröffnet. Eine Kriegserklärung an die französische Küche, die französische Kultur, an ganz Frankreich aber vor allem an Jaques Gustou, der erbittert um seine kulinarische Vormachtsstellung in Eus kämpft. Als auch noch das Gerücht aufkommt, dass sich ein Michelin-Mann auf dem Weg befindet, um einen der beiden den begehrten Stern zu verleihen, eskaliert die Situation vollends. Zum Glück hält sich auch ein deutscher Journalist in Eus auf, der die Geschehnisse dokumentiert. Sein Vorschlag, den  „Krieg der Köche“ vor laufenden Fernsehkameras zu entscheiden, führt nicht nur zur höchsten Einschaltquote in der Geschichte des deutschen Fernsehens, sondern auch zu seiner größten Katastrophe. Zurück bleiben ein verwüstetes Kochstudio, ein traumatisierter Markus Lanz und zwei versöhnte Feinde, die gemeinsam den Kampf gegen das mächtigste Imbissimperium der Welt aufnehmen.

Autor: Robert Weber
Produktion: SWR
Genauer Termin wird zeitnah bekanntgegeben. Bis dahin:

Hähnchenkeule mit Basmatireis und Fenchelcreme

Die Keule aus einem früher hoffentlich glücklichen Huhn salzen, pfeffern, kurz in Olivenöl anbraten und dann für eine Stunde bei 150 Grad in den Backofen. Fenchel kleinschneiden, in Butter schmoren, mit Sahne ablöschen und durchpürieren. Reis wie gehabt, hier mit Curry gekocht.

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Perfekt ist noch nicht gut genug

Nach dem Body-Mass-Index, den Empfehlungen der WHO und des Robert-Koch-Institutes habe ich zwar das perfekte Körpergewicht, aber perfekt ist meiner ü.a.g.F. eben nicht gut genug. 66 Kilo bei 1,74 Körpergröße ginge gar nicht, und so habe ich mir einen strengen Diätplan auferlegt. Voraussetzung für eine glückliche und erfüllte Beziehung seien mindestens zwei Kilo mehr, so mein Engel. Also rann an die Fleischtröge, wie wir Sachsen aus dem unterfränkischen Niederbayern sagen.

Wie man ein Kotelett brät, brauche ich hoffentlich hier nicht weiter aufzuführen. Ebensowenig bedarf es hoffentlich einer Unterrichtung im Kartoffelkochen. Das Lauchgemüse wird kleingeschnitten, gewaschen und in einer Butter-Olivenöl-Mischung langsam weichgegart. Fertig.

Leider habe ich gestern nur zwei von den Dingern geschafft. Das dritte gab es heute zum Frühstück. Mal sehen, ob’s hilft.

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Das Szegediner Gulasch

Das Szegediner Gulasch ist ein typisch ungarisches Gericht und stammt, wie der Name schon sagt, aus Stettin. Während der goldenen Ära des Szegediner Gulaschas gehörte Stettin noch zum Großherzogtum Ungarn, das unter der Knute des grausamen Tyrannen Graf Vlad ächzte. Die Geschichte besagt, dass das Szegediner Gulasch von der polnischen Widerstandsbewegung kreiert wurde, die dieses als geheimes Erkennungszeichen benutzte. Im Allgemeinen war es in Stettiner Gaststuben üblich, sich entweder ein Sauerkrautgericht mit gebratenem Speck oder ein Schweinegulasch in Tomaten-Paprikasoße zu bestellen. Die findigen Mitglieder der Szedegin, so der Name der Widerstandsbewegung, kamen nun auf die Idee, dass, wenn zwei sich nicht kannten aber sich einander zu erkennen geben wollten, der Eine etwas von seinem Gulasch in das Sauerkraut des Anderen zu geben hatte, und bzw. oder umgekehrt.

[Ein Brauch, der sich heute noch in ländlichen Gebieten Rumäniens als verklausulisierter Heiratsantrag beobachten lässt, heißt doch Szegedin nichts anderes als Hochzeit]

Jedenfalls ließen die Wirtshausschlägereien schnell nach, als man den Wohlgeschmack und die gesundheitsfördernde Wirkung des Gerichtes entdeckte, und die Sauerkraut-Gulasch-Mischung avancierte binnen kurzem zum Ungarisch-Polnischen Nationalgericht, was zur Zerschlagung der Szegedin führte.

Nach der Rückfühung Stettins in das polnische Reich wurde, zu Ehren der gefallenen Szegediner, das Gericht, das bislang Ungarisch-Polnisches Nationalgericht hieß, in das schlichte Szegediner Gulasch umgetauft, und so heißt es nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion noch heute.

Für das Szegediner Gulasch wird zunächst ein halbes Kilo Sauerkraut angesetzt. Nebst einer Tasse Gemüsebrühe gebe man Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Kümmel und 250g kurz vorher in der Pfanne angebratenen Schweinebauch hinzu. Das Ganze dann etwa eine Stunde vor sich hinkochen lassen, ggf. etwas Wasser nachgießen.

In der Zwischenzeit brät man kleingeschnittenes Schweinefleisch aus der Keule mit Pilzen und Zwiebeln an, rührt Tomatenmark hinzu, dass man in der Pfanne karamelisieren lässt, gibt den Inhalt der Pfanne in den Sauerkrauttopf und würzt schließlich das Sammelsurium mit reichlich scharfem Rosenpaprika, Salz und Pfeffer. Nach einer weiteren Stunde durchsuppen ist das Szegediner Gulasch mit einer Scheibe Brot auf den Tisch zu stellen.

Als begleitende Lektüre empfehle ich den Orient-Zylus von Karl May

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