Monatsarchiv: Januar 2013

Baden-Baden

Seit Sonntag befinde ich mich nun im weniger sonnigen Baden-Baden. Allerdings soll mit 15 Grad und Sonnenschein morgen hier der Frühlingsbeginn eingeläutet werden. Viel hab ich nicht davon, denn ich muss arbeiten.

IMG_5685Thomas Nicolai in einer Doppelrolle. Hier als Drei-Sterne-Koch Jacques Gustou…

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Und als sein Gegenspieler – Bulettenkönig Gustav Müller.

Hier auch mit Jürg Löw

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Behind the scenes: Tonmeisterin Johanna und Cutter John

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Der SWR, immer auf das Wohlergehen seiner Mitarbeiter bedacht.

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Hotels sehen auch immer gleich aus.

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Comfort-Zimmer.

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Notes of a dirty, old Man

http://www.heino.de/das-verbotene-album/

Hier meldet sich ein alter Hase des Showbiz mit einem ganz großen Come-Back zurück. Das ist Kunst, das ist Performance, das ist Generationen übergreifende Popkultur at it’s best und nebenbei auch noch unglaublich witzig, und das auf eine intelligente Art, wie man Humor in Deutschland schon lange nicht mehr erleben durfte. Und die Rente wird auch noch aufgestockt, und das nicht zu knapp. So wird das gemacht, meine Herren!

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Neuanschaffung

Es geht doch nichts über einen kräftigen Griff, der in dieser glitschigen Welt etwas festzuhalten weiß.

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Ohne Schraubstock ist man letztlich doch nur ein halber Mensch.

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Schwabe mit Herz

Die allgemein vorherrschende Meinung, dass es dem Immobilieneigentümer scheißegal ist, was mit den Leuten passiert, die hier in Berlin wegen der gestiegenen Mieten keine Wohnung mehr finden, soll hier widerlegt werden.

Der Hintergrund: Meine Lebensgefährtin ist, aufgrund ihrer Wohnsituation, psychosomatisch erkrankt, schleichend und über die Jahre, und hat inzwischen ihren dritten Reha-Aufenthalt hinter sich. Nur, einfach umziehen ist als Hartz IV – Empfängerin (beschränkt arbeitsfähig aufgrund ihrer psychosomatischen Erkrankung, hervorgerufen durch den konstant hohen Lärmpegel in ihrer Wohnung) in Berlin so gut wie unmöglich geworden. Es gibt einfach keine Wohnungen mehr (oder sie werden nicht angeboten) die vom Job-Center übernommen werden. Zudem haben Hartz IV-Empfänger dank medialer Diskriminierung, selbst wenn eine solche Wohnung mal  angeboten wird, von vorneherein keine Chance.

Daher suchen wir, auch auf diesem Wege, einen Immobilienhai, vorzugsweise aus Schwaben, mit Herz, der ihr eine Wohnung vermietet, und das für maximal 380 Euro inclusive Betriebs- und Heizkosten im Monat (bzw. ohne die Heizkosten, wenn Gasetage, dann maximal 330,–). Nicht unter 42 Quadratmeter, vorzugsweise zwei Zimmer, mit guter Verkehrsanbindung. Ruhige Lage und ruhige Hausbewohner sind Voraussetzung, sonst macht die Sache keinen Sinn. Eine verrückte Psychotikerin unter sich, eine polnische Großfamilie neben sich, und eine inzwischen fünf Jahre währende Baustelle vor der Tür hat sie schon. Demnächst soll auch das Dachgeschoss direkt darüber ausgebaut werden, vom selben Bauherren, der auch die Baustelle vor der Tür zu verantworten hat.

Also  hier ist die Gelgenheit, das Vorurteil vom schwäbischen Geld- bzw. kapitalistischen Drecksack ad absurdum zu führen, und zu beweisen, dass es auch vorurteilsfreie Wohnungseigentümer mit Anstand gibt, und nicht nur solche, die den Profit maximieren wollen.

Wir sind keine Bedarfsgemeinschaft und haben auch nicht vor, zusammenzuziehen, dennoch wollen wir zusammen alt werden, aber in getrennten Wohnungen. Für ein Angebot einfach Kommentar posten.

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Nimm das, Schwabe!

UPDATE

Der Text wird von mir am kommenden Sonntag, 13.01., 20.15, bei der Reformbühne Heim und Welt im Kaffee Burger, Berlin vorgetragen.

Nachdem es mein Freund Taxi Berlin mit seiner, doch eher belanglosen Schwabenhatz, bis in den Stern geschafft hat, darf ich natürlich hinten anstehen. Dort ist auch der deutlich bessere Platz, um anderen in den Arsch zu kriechen, und ohne das kommt man, ob Schwabe oder nicht, hier in Deutschland nicht vorwärts. Ein offenes Wort wird selten geschätzt, schon gar nicht in der Öffentlichkeit.

Die größte Vereinigung von Arschkriechern findet man übrigens im Bundestag. Kaum einer, der mal das Maul aufmacht, um zu sagen was Sache ist. Merkel bekommt Beifall, wenn Sie, wie kürzlich, an die Bevölkerung und sich selbst (haha) apelliert: Wir müssten den Gürtel enger schnallen. Applaus, Applaus. Aber erstens sind mit wir nicht die gemeint, die über ein Monatseinkommen von 10, 20.000 Euro aufwärts verfügen, sondern die, denen der Arsch sowieso schon auf Grundeis geht. Bei denen das letzte Loch im Gürtel gestanzt ist, da geht nicht mehr.

Klar, mit 10.000 sind 16 Euro Zwangsabgabe für gebührenfinanzierte Scheiße ein Klacks, bzw. grade mal 0,16 Prozent von allem. Mit 1000 – 1200 Euro sieht das aber schon anders aus. Die gestiegenen Strompreise machen (alles ca.)  z.B. 5 % meines Einkommens aus, für Miete gebe ich 36 % aus, für Internet 3, für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Solidaritätszuschlag noch mal 15 %, eigentlich 30, aber 15 Prozent übernimmt der Staat, also die KSK. Also etwas 60 Prozent meines Einkommens sind im Schnitt weg, und da habe ich noch nicht mal die Steuer bezahlt, sagen wir, da das nun nicht wirklich viel ist, 5 %. Betriebsausgaben schlagen mit etwa 10 Prozent zu Buche, 20 % brauche ich für Lebensmittel, bleiben etwa 5, lass es 10 % sein, übrig für das, was man Leben nennt. Und davon soll ich den Gürtel enger schnallen. Hallo! Erde an Raumstation!

Würde ich das doppelte verdienen, blieben, bis auf die Steuern und die Abgaben für die Sozialversicherung, die Kosten gleich, und je mehr ich verdienen würde, desto weniger Steuern und Sozialabgaben müsste ich zahlen, prozentual gesehen. Die Logik habe ich nie verstanden.

Meine Einnahmen haben sich aber halbiert, weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk, mein Hauptauftraggeber, 50 % seines Budgets einsparen musste, und das bei gleichbleibenden Fixkosten. Gespart wurde also nur bei mir und den anderen Freien, den selbständigen Autoren und Journalisten, den ausgelagerten Produktionsfirmen, kleine Klitschen meist, von denen viele nicht mehr wissen, wie sie die Miete für ihre Geschäftsräume aufbringen sollen. Jetzt nimmt der Rundfunk aber wieder, dank Zwangsabgabe, deutlich mehr ein. Das Geld wird aber nicht bei mir ankommen, sondern bei einer weiteren Show von Markus Lanz, Stefan Raab, Jauch, Beckmann und wie die ganzen Hackfressen alle heißen, bei der Fifa, weil, wo mehr zu holen ist, wird auch mehr verlangt, das Geld wird in weichgespülte TV-Events fließen, die niemanden weiter bringen und nichts hinterlassen, als ein Gefühl der absoluten Leere.

Eine radikale Produktion, und keine Betroffenheitsscheiße, über das, was hier wirklich abgeht, das wäre mal angesagt. Während das Leben von zig Millionen durch immer mehr Abgaben, die keinem Zugute kommen außer denen, die keine leisten müssen, an die Wand gefahren wird, ist das Vermögen der sogenannten „Oberen Zehntausend“ seit den diversen Immobilien-, Finanz- und Eurokrisen um das Doppelte angestiegen, während sich in Spanien die Menschen aus dem Fenster stürzen, weil sie nichts mehr zu fressen haben, während hier in Deutschland ein nicht unerheblicher Teil der werktätigen Bevölkerung trotz Vollzeitjob nebst Teilzeitjob trotzdem um ein paar Brotkrümel vom großen Kuchen bei den Job-Centern betteln gehen muss.

Angst, Leisetreterei und Arschkriecherei, dass ist das Klima, in dem Generationen groß werden, die niemals eine Chance auf eine eigene Jugendkultur oder eine kreative Entwicklung, auf das Aulsoten des eigenen Potentials haben. Denn dafür ist einfach kein Platz mehr in einem Dreckskaff namens Deutschland, auch nicht in Europa und vielleicht auch nicht im Rest der ersten Welt, in dem Kinder noch vor der Grundschule in Chinesisch- und oder Englischkurse geprügelt werden, denen der Studienplatz in Global Economy oder wie der Scheißdreck heißt, schon ins Taufbecken gelegt wird, der große Rest tritt mit zusammengebundenen Armen im Wasser, um nicht abzusaufen.

Diese und die nachfolgenden Generationen werden nie ihre deutsche Welle, ihren Rock’n Roll, ihren Punk, ihre Popper-, HipHop, Rapper oder Hippiekultur haben, keinen Techno, keinen Bowie, keine Sex Pistols, keinen Iggy Pop, kein Nirvana, keinen Faßbinder, keinen Zappa, keinen Achternbusch, keinen Herzog, keinen Kinski, keinen Schlingensief, keinen Bukowski, keinen Borroughs, niemanden, der sich auf der Bühne die Stirn aufschlitzt oder gleich darauf scheißt, sie werden auch keinen Brandt oder Schmidt oder Strauß mehr bekommen, dafür fehlt einfach der geistige Freiraum, die Luft zum Atmen, der Platz zum Tanzen.

Deutschland sucht den Supastar, Lady Gaga, Mario Barth, Paris Hilton, das wird ihre Jugend gewesen sein, auf die sie irgenwann mal zurückblicken, was für ein Horror, und sie können nicht mal was dafür. In diesem Klima kann sich einfach nichts entwickeln außer kulturelle Monokultur, gesellschaftliche Massentierhaltung und geistige Brandrodung.

Früher konnte man sich entscheiden, was man tun wollte. Jetzt muss man dankbar sein, wenn man überhaupt was zu tun bekommt, egal wie schlecht bezahlt. Bloß nicht den Pfad verlassen, bloß nicht ins Abseits gehen, denn sonst findet man nie wieder zurück. Ausprobieren, austoben, ausleben, das war einmal.

Kapitalismus und Unterschicht, das klingt nicht en vogue, aber genauso ist es. Der Kapitalismus frisst seine Kinder, und die Großen kriechen ihm in den Hintern. Die Armen sollen sich verpissen, dorthin, wo man sie nicht sieht, raus aus der Innenstadt, rein ins Ghetto, aber nicht einmal das lassen sie einem. Eine Zusammenrottung von Armut ist genauso untersagt wie Chancengleichheit, freie Berufswahl, Perspektive, Bildung, den ganzen abgedroschenen und trotzdem wahren Schlagwortkram.

Klar, für die, die ins Kapital hineingeboren werden und die, wenn sie mal groß sind, meinen, sie hätten es schließlich auch geschafft, man müsse sich halt anstrengen. Danke, Du Wichser. Fick Dich selbst. Wer von diesen Pennern hat denn in seinem Leben etwas aufgebaut, was nicht schon vorher da war? Das Kapital, das ist ein einziges, großes Abrissunternehmen, sonst nichts. Geld ist nur dann etwas wert, wenn man etwas sinnvolles damit macht, meine Herren, wenn man damit anderen Möglichkeiten eröffnet, statt sie zu verbauen. Ich sehe nicht, dass irgendwo irgendetwas sinnvolles aus dem Reichtum entsteht, der auf Kosten von allen Nicht-Reichen angehäuft wurde und weiter angehäuft wird. Diese ganzen Krisen, derentwegen wir alle den Gürtel immer noch enger schnallen sollen und müssen, sind doch nichts weiter als Gelddruckmaschinen.

Dies wäre alles nicht so schlimm, wenn ihr wenigstens nicht allen anderen die Existenzberechtigung absprechen würdet, den Platz zum Wohnen, das vernünftige Einkommen für geleistete Arbeit, oder einfach nur nichts zu tun, die Möglichkeit, auch mal zu scheitern, oder den Pfad zu verlassen, der langfristig nur ins Nichts führt. In die absolute Leere, in die Ödniss, auf einen Müllhaufen.

Träume und Utopien, der Glaube, dass alles besser wird, wenn nicht jetzt, dann irgendwann, Mut und Hoffnung – all das nehmt ihr und verwandelt es in Apathie und Furcht, Teilnahmslosigkeit und in ein „schlimmer kann es nicht mehr werden-, hoffentlich“ und „hauptsache, ich komme irgendwie zurecht“ Gefühl. Denn es wird nicht besser, es wird tatsächlich alles nur noch schlimmer, nicht, weil es keinen Ausweg gibt oder die Möglichkeiten nicht da wären, sondern weil die Lokomotive einfach  immer weiter fährt und sich niemand ihr in den Weg stellt, weil niemand den Mumm dazu hat, die Weiche neu zu stellen, oder den ganzen Kackhaufen einfach entgleisen zu lassen, um zu sehen, was passiert.

Ihr kotzt mich an, ihr kotzt mich mehr an, als ich es ausdrücken kann, und ich meine ausdrücklich nicht die Schwaben damit, zumindest nicht mehr wie all das andere, elitäre Gesockse, dass sich auf seinen Kontostand, die Eigentumswohnung und die Dekokinder einen runterholt.

Und keiner von den gewählten Volksvertretern zum Beispiel hat den Arsch in der Hose, mal das Maul aufzumachen, aus Furcht, es sich mit irgendwelchen Wirtschafts- oder Finanzheinis  zu verscherzen (außer Sarah Wagenknecht ;-). Der Rest der Menschheit ist bloße Verschiebemasse, stumpfes Gemüse zum ausquetschen, auspressen und abspeisen.

Volksvertreter, wenn ich das schon höre, dass sind Zulieferbetriebe, Dienstboten, Speichellecker, die alles und jeden vertreten, aber nicht das Volk. Ich kann mich wahrhaftig nicht daran erinnern, wann von einem Volksverteter zuletzt irgendetwas vertreten wurde, was in meinem Interesse liegt. Ich glaube, das war irgendwann vor der Ära Kohl, aber vermutlich rede ich mir das schön.

So, und wie man Schnitzel mit Pommes macht, erklär ich Euch ein andermal. Bon Appetit.

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Neues im Neuen

Gibts eigentlich nicht viel zu berichten, ich bin immer noch trocken, und das seit Mitte April. Das hat Vorteile, der Bierbauch war gestern, das übrig gebliebene Geld kann ich jetzt anderweitig sinnlos verprassen, Artikulationsstörungen bei öffentlichen Vorträgen sind schon Asbach uralt, die Leber wie auch alle anderen, inneren Organe sind einem plötzlich wieder freundlich gesonnen, der Blutdruck ist im Normalbereich, die Lebensgefährtin weiß es ohnehin zu schätzen.

Apropos öffenticher Vortrag, da tut sich doch einiges. Besonders freue ich mich auf den Anarchismuskongress der Linken, den ich die Ehre habe, zu eröffnen. Am 23. Februar, wo sonst, im Haus der Demokratie. Vom 27. bis 31. Januar bin ich zu Gast in Baden-Baden bei den freundichen Schwaben, um dort für den SWR Regie zu führen bei „Krieg der Köche“ (Ursendung am 26.02. um 19.20 auf SWR 2), eine Woche vorher gibt es für Frühaufsteher in Potsdam eine Matinee in Potsdam, genauer am 17.02., ich weiß aber noch nicht wo. Falko und ich präsentieren jedenfalls „Ohne Dich ist alles Staub“, ein Buch, das deutlich mehr Leser verdient als der 1. Abrechnung nach zu urteilen, gerade mal 2 1/2 tausend Leute haben das Buch bis zum Herbst letzten Jahres käuflich erworben, wir hoffen natürlich auf ein blühendes Weihnachtsgeschäft, aber das erfahren wir erst im Sommer. Ebenfall im Februar und ebenfalls aus „Staub“ lesen wir am 06. in Proschim. Geladen haben uns zum zweiten Mal die bezaubernden „Brandenburger Landfrauen“, die gar nicht genug von uns bekommen können, weshalb wir am Frauentag noch mal zu Gast im Oderbruch sind, der Ort ist allerdings noch unklar. Auch die Schweizer scheinen uns in Herz geschlossen zu haben. Am 10.04. gastieren wir in Bern (Cafe Kairo), am 11. in Gottmadingen und am 12. in Büsingen anlässlich des Festivals „Erzählzeit ohne Grenzen“, das unter dem Motto „Alles Liebe“ steht, und da passen wir natürlich bestens hinein und mit Martin Walser und Feridun Zaimoglu (u.A.) befinden wir uns in ebensolcher Gesellschaft.

Der Nachteil am Dasein eines trockenen Alkoholikers ist, dass man eigentlich nirgendwohin mehr eingeladen wird, weder zu Partys, zum Essen oder zu sonstwas. In die Kneipe geht man auch nicht mehr, und ist daher auch nicht up to date, was grade wann wo läuft. Aber was so läuft, das sieht man plötzlich glasklar. Wohin diese Gesellschaft steuert und wer einem am Arsch lecken kann. Was die größten Pfeifen auf diesem Planeten sind und wer sich auch noch was drauf einbildet. Nahezu unangenehm klar, so klar, dass man sich in einem anderen Jahrzehnt womöglich radikalisiert hätte, aber ich sag mal, die Vorteile überwiegen, und wer weiß, was es damit langfristig auf sich haben wird.

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