Monatsarchiv: September 2014

Polizei stürmt Baiz, Sarah Wiener bringt Blumen

Warum jetzt die Mannschaft, die abkommandiert war, um die Fans des SV-Babelsberg vor den Fans des BFC-Dynamo zu schützen, meine Stammkneipe „gestürmt“ hat (ich sage mal eher, sie sind vorgedrungen), kann ich nicht sagen. Offenbar hat sich ein Straftäter hinein geflüchtet, genaues weiß ich nicht.

Die Situation ist unüberschaubar. Geschrei auf beiden Seiten, ein Stuhl wird erhoben, offenbar wird auch getreten. Mit erhobenen Händen gebe ich mich als einfacher Gast zu erkennen, nachdem Pfefferspray (milde Sorte) versprüht worden ist. Ich werde hinter die Gefechtslinie gewunken.  Die blutjungen Polizisten haben sich ihren Samstag auch anders vorgestellt, eigentlich sympathische Burschen, wäre ich homosexuell, durchaus attraktiv, attraktiver jedenfalls als die Jungs vom SV-Babelsberg.

Ich bitte einen der Polizisten, mir die Brille vom Tresen zu bringen, und er macht das. Ich finde das süß. Ohne Brille kann ich nichts sehen und die Teile sind teuer (er kenne das, seine Eltern trügen auch Brille). Das ist in der angespannten Situation eine sehr nette Geste. Er nimmt später meine Personalien auf (und merkt sich hoffentlich meine Adresse ;-)

Nachdem die Beamten abgezogen sind, betritt Sarah Wiener die Bühne (oder jemand der so aussieht wie Sarah Wiener und spricht wie sie) und bringt einen Arm voll Blumen, von wegen Solidarität und so (ich glaube, es ist Löwenmaul). Von Wiener kann man halten, was man will, aber das finde ich doch rührend, sexy ist sie sowieso, immer gewesen, so wie Sahra, aber die kam nicht, oder erst später. So sind sie, die Linken.

P.S. Es gab weder Sach- noch Personenschäden (ok, ein Aschenbecher ist kaputt gegangen). Bedrohlich war’s aber schon, links neben mir ein Trupp voll ausgestatteter Einsatzkräfte (Helm, Schutzweste, Tonfa, Pistole), rechts neben mir aufgebrachte SV Babelsberg Fans (Bier), die Situation kurz vor der Eskalation, der Geruch von Pfefferspray und man ist eingequetscht zwischen sich anbrüllenden Kontrahenten. Dabei wollte ich nur ein Buch lesen (Sand, von Wolfgang Herrndorf, sehr zu empfehlen).

P.P.S. Es war doch nicht Sarah Wiener, sondern die Nachbarin von Gegenüber.

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Scheiffele Preis

Scheiffele Preis für die drei besten, literarischen Lebensläufe. Ich lese am kommenden Mittwoch (17.09.) um 21 Uhr in der Rumbalotte „Onkel Wanja“.

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