Twillight Zone #1

Eine junge (25?), hübsche (sehr hübsch) und propper bekleidete Blondine spricht mich auf der Schönhauser an (auf so was falle ich immer noch rein, ich kanns einfach nicht glauben). Ob ich 20 Cent hätte?

„Für was?“ Frage ich, zugegebenermaßen nicht sonderlich charmant. Die bräuchte sie noch, um sich etwas zu trinken zu kaufen. „Keinen Alkohol“, wie sie betonte. „Du bist nett“, sage ich, und: „Das ist ok.“

Ich wühle kurzsichtig in meinem Portemonnaie herum. „Ich hab nur einen Euro.“ „Dann entschuldigen Sie bitte.“ Ich finde dann doch noch ein 20 Cent Stück, das ich ihr in die Hand drücke, und überquere die Kreuzung. Blick zurück, sie steht immer noch da, wartet auf jemand anderen.

Kurz darauf (jemand anderes, nicht minder hübsch, allerdings mit Kind): „Dein Rucksack ist offen.“

Für Trickbetrüber ist Michel Houellebecq’s „Unterwerfung“ wohl der Mühe nicht wert. Vielleicht habe ich mir das alles aber auch nur eingebildet. Wie dem auch sei:

Willkommen in der Twillight Zone.

Advertisements

38 Kommentare

Eingeordnet unter scheinwelt

38 Antworten zu “Twillight Zone #1

  1. @Robert: Den Bezug auf Houellebecq verstehe ich jetzt nicht.

  2. robertweber

    Ist doch nicht so schwer. Der Rucksack wurde geöffnet während des Gespräches. Ein Buch war wohl nicht der Mühe wert.

    • @Robert: Ach so – ich hab da jetzt viel zu kompliziert gedacht. In dem Fall hast du wohl einfach Glück im Unglück gehabt. Viel Vergnügen weiterhin bei der Lektüre von „Unterwerfung“ :-)

  3. Ein Buch muss man ja auch lesen, aber vor allem erstmal schreiben …

  4. robertweber

    Auf jeden Fall eine merkwürdige Situation. Die arbeiten ja immer zu zweit. Unterwerfung finde ich vor allem anderen unglaublich witzig.

  5. robertweber

    Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass die junge Dame (habe ich schon erwähnt, dass sie sehr hübsch war?) nur einen Vorwand gebraucht hat, um mich anzusprechen (Vaterkomplex? Es soll ja Frauen geben, die auf doppelt so alte Männer stehen, allerdings haben die dann auch meistens sehr viel Geld, also die Männer), und ich einfach vergessen habe, den Rucksack zu schließen (allerdings bin ich mir da ziemlich sicher). Vielleicht sehe ich aber ja auch aus, wie ein unglaublich bekannter Schauspieler (Brad Pitt? Johnny Depp?), es ist ja Berlinale gewesen. Egal. Die nächste, die mich um 20 Cent bittet, lade ich zum Kaffee ein.

  6. Ja, ich denke auch, dass Du in Zukunft in einer vergleichbaren Situation anders reagieren solltest, ich meine professioneller. Beispielsweise könntest Du, neben dem Kaffee, anbieten, aus dem Buch vorzulesen. Ich weiß nicht, ob es nicht prinzipiell angezeigt ist, immer ein Buch dabei zu haben, aus dem man vorlesen möchte. Im Taxi geht das natürlich schlecht, insbesondere beim Fahren. Für den Fall habe ich Musik dabei, die ich vorspiele.
    PS: Ich finde „Unterwerfung“ auch witzig, gebe aber zu bedenken, dass es vielleicht nicht jedermanns und v.a. jederfraus Humor ist. Überhaupt leben wir, was diesen Punkt angeht, eher in einer sterilen, um nicht zu sagen sterilisierten, Welt. Worauf ich hinauswill, ist die Frage, ob am Anfang nicht doch besser genderkonforme Witze zu empfehlen sind?!?

    • robertweber

      Das sehe ich ähnlich. Unterwerfung ist einfach hinreißend und wohltuend, um nicht zu sagen befreiend „schmutzig“, absolut nicht gendergerecht und zu dem Zeitpunkt, an dem es geschrieben wurde, nahezu prophetisch, was die Islamdiskussion angeht. Der Frau, die sich bei M.H. und speziell bei Unterwerfung totlacht, würde ich sofort einen Heiratsantrag machen. Also ich bin die ganze Zeit nur am kichern.

  7. Vielleicht solltest Du eine Anzeige aufgeben. Jetzt ganz im Ernst! Ich schlage folgenden Text vor: „Suche Frau, die sich bei „Unterwerfung“ fast totgelacht hätte.“

  8. robertweber

    Man kann natürlich nicht davon ausgehen, dass allen der Buchtitel ein Begriff ist. Ich könnte mir z.B. auch vorstellen, dass nach „Shades of Grey“ einige der KinobesucherInnen nach „Unterwerfung“ greifen, ohne von M.H. jemals etwas gehört zu haben, einfach, weil der Titel dominant-devote Sexualphantasien provoziert. (Scheint wohl grade der Kassenknüller zu sein.) Weiß jetzt aber nicht, ob Stefan das so gemeint hat.

  9. Hm, verstehe. Vielleicht könne man der Anzeige ein aktuelles Bild von M.H. beifügen. Oder einfach ein prägnantes Zitat. Oder beides …

  10. Wahrscheinlich reicht es aus, wenn man den Namen des Autors einfach komplett ausschreibt. Man sollte da nicht am verkehrten Ende sparen.

  11. robertweber

    Ach, ick weeß nich. Kontaktanzeigen, aus dem Alter bin ich irgendwie raus.

  12. Muss nicht sein, wahr ja bloß so ’ne Idee. Vielleicht ließt die richtige hier mit.

  13. robertweber

    Na, ich fürchte, außer uns dreien hat das Buch keiner gelesen (und ich bin ja noch dabei ;-)

  14. @Robert: Eine Frau, die über die misogynen Scherze Houellebecqs wirklich *lachen* kann, ist entweder *sehr* souverän – oder aber sie traut ihrem eigenen Frausein selber nicht über den Weg. So habe ich das gemeint.

  15. Oje, ich glaube da hat noch jemand das Buch nicht gelesen …

      • Das ist ja schon mal schön, aber eben nicht selbstverständlich. Es ist seit einigen Jahren eine Unsitte in diesem Land, dass Menschen über Bücher reden, die sie nicht gelesen haben.

        Ich finde Männer prinzipiell problematisch, und so verstehe ich Deinen Kommentar, die ganz genau wissen, was für Frauen gut ist. Und dass nicht nur, weil ich als Mann gerne selber entscheide, was für mich gut ist.

        Klammern wir daraufhin mal den Punkt „Feminismus“ aus, so bleibst Du den Beweis schuldig, dass M.H. „tatsächlich ein reaktionärer Autor“ ist. Immerhin stellt er die richtigen Fragen, wie Du selbst feststellst.

        Ich denke, alleine diese Punkt, dass jemand die richtigen Fragen stellt, ist in unserer heutigen Zeit nicht hoch genug einzuschätzen. Dass einem die Antworten manchmal nicht passen, ist eine andere Geschichte.

        Und dass deswegen „Unterwerfung“ kein wirklich guter Roman ist, wie du schreibst, sagt vielleicht mehr über Dich aus als über M.H.? Immerhin gestehst Du ihm zu, dass er „sehr lesenswert, streckenweise brillant, gnadenlos boshaft sowieso und zudem intellektuell sehr anregend“ ist.

        Was genau fehlt Deiner Meinung nach zu einem wirklich guten Roman?

  16. robertweber

    Misogyn – noch ein Wort, das ich erst mal nachschlagen muss ^^

  17. robertweber

    Also Frauenfeindlichkeit scheint mir in dem Zusammenhang auch nur ein Totschlagsargument zu sein. Wenn einem der Humor nicht passt, wahlweise die Argumentation oder die eigene Lebensphilosophie, pariert man halt mit frauenfeindlich, homophob und faschistisch (wie mir neulich passiert) und das in möglichst empörten Tonfall (und das möglichst laut). Letzten Endes entwickelt sich doch unsere Gesellschaft deutlich in Richtung Restriktion, Selbstzensur und Denkverboten aller Art (Totschlagsargument: So argumentiert auch Pegida und Konsorten). Hollebeque, den ich wohl nie richtig schreiben werde können (von daher M.H.) stemmt sich, meines Erachtens, dagegen, ohne sich politisch vereinnahmen zu lassen.

  18. robertweber

    Wie auch gegen den allgemeinen Fitness-, Schönheits-, Gesundheits-, Ernährungs- und Selbstoptimierungswahn. Seine Nonkonfirmität finde ich jedenfalls sehr erfrischend.

  19. @Robert: Houellebecq ist kein „Frauenfeind“, er ist ja sogar mit einer verheiratet (wie ich kürzlich erfuhr) – aber er thematisiert ständig die Machtverteilung der Geschlechter heute (was korrekt ist), und seine Fantasien gehen *immer* recht boshaft in eine bestimmte Richtung: Ist das wirklich alles so korrekt mit der Gleichberechtigung? Sind Männer nicht die großen Verlierer des 21. Jahrhunderts? Ist das Pendel nicht zu weit in Richtung Bevorzugung der Frau ausgeschlagen? etc. Er ist jedenfalls kein naiver Feminist.

    Dem Rest deiner Argumentation stimme ich zu. Houellebecq ist, – auf seine Art – ein klassischer „Freigeist“ (wenn auch ein ausgesprochen pessimistischer) – und ein begnadeter Provokateur sowieso.

  20. robertweber

    Ich habs grad falsch verstanden. Sorry.

  21. robertweber

    @Taxi-Berlin: Da tust Du Stefan aber wirklich unrecht. Ich hatte die Rezension nicht so barsch aufgefasst, sondern durchaus als Empfehlung, das Buch zu lesen.

  22. @TaxiBerlin: Ich denke, Houellebecq hasst vor allem ein bestimmtes, im weitesten Sinne „sozialdemokratisches“ Milieu, das er um jeden Preis provozieren möchte. Zu diesem Zweck entwickelt er fiese, reaktionäre Fantasien, an denen man sich ergötzen bzw. abarbeiten kann. Ich habe natürlich keine Ahnung, wie es in Houellebecq „wirklich“ aussieht, ob er den Reaktionär nur spielt oder tatsächlich einer ist – aber das ist ja irgendwie letztlich auch wurscht (weswegen ich mich auch nicht genötigt fühle, zu beweisen, was er nun „wirklich“ ist oder nicht: Er ist Schriftsteller, das muss genügen).

    „Unterwerfung“ fehlt für einen wirklich guten Roman der Drive einer echten Geschichte (ich dachte eigentlich, das wäre aus meiner Rezension herauszulesen).

    P.S.: Ich habe mich längst, wenn auch mit Mühe, an den Gedanken gewöhnt, dass meine Texte mehr über mich „verraten“, als mir lieb ist. Aber das ist wohl der Preis, den ich zu zahlen habe. „Professionelles“ Schreiben im Sinne von „objektiv-journalistischer“ Sichtweise ist aber bei Literaturkritiken sowieso für den A…

    • Ich habe M.H. so verstanden, dass er das Ende der „sozialdemokratischen Zeiten“ beklagt. Darunter verstehe ich u.a. den Umstand, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht und, beispielsweise in Deutschland, immer mehr Menschen nicht von ihrer Arbeit leben können.

      Das ist sozusagen seine Basis und damit ist wohl auch der Umstand gemeint, dass wir sagen, er stelle die richtigen Fragen. Hinzu kommt bei „Unterwerfung“ meiner Meinung nach, dass sich unsere „Demokratie“ als nicht besonders wehrhaft erweist, dem komischerweise noch niemand widersprochen hat.

      Du sagst, dass M.H. in seinem Roman „reaktionäre Fantasien“ entwickelt. Unabhängig davon, ob da nun wirklich was dran ist, wirst Du mir sicherlich zustimmen, dass man das als Autor darf. Und, das erscheint mir das wichtigste, man ist deswegen nicht automatisch ein „reaktionärer Autor“, wie Du schreibst. Worauf ich hinaus will, ist, dass sich dein Vorwurf letztendlich nur aus dem Umstand der angeblichen „Frauenfeindlichkeit“ des Autors speist, und das finde ich etwas wenig. (Müsste man vielleicht auch ein paar Frauen direkt mal befragen.)

      Dass dem Roman der „Drive einer echten Geschichte“ fehlt, lese ich zum ersten Mal. Ich hatte dich so verstanden, dass Du dich daran störst, dass er real existieren Personen der franz. Zeitgeschichte wie Hollands und Le Pen in seinen Roman einbaut. Das haben ihm zumindest andere vorgeworfen, und ich finde diesen Vorwurf abwegig.

      • @TaxiBerlin: Interessant, ich lese Houellebecq als kompletten Anti-Sozialdemokraten. Dass du exakt der gegenteiligen Meinung bist, beweist, dass er ein guter Autor ist.

        Auch steht es mir nicht zu, Houellebecq irgendwelche Vorwürfe zu machen, ich stelle nur fest, dass er die Schattenseiten der Frauenemanzipation sehr gerne und sehr grell beleuchtet. Das „kommt an“ – und das weiß er vermutlich auch.

        Es „stört“ mich auch nicht, dass er real existierende Figuren einbaut.

  23. @Robert: Worüber du klagst, ist natürlich die allgegenwärtige „Political Correctness“ – ein wirklich bizarres, aber äußerst hartnäckiges Phänomen. Einst dazu ersonnen, um die Welt diskriminierungsfreier zu machen, ist sie irgendwie irgendwann unter der Hand selber diskriminierend geworden und kann jetzt – wie im von dir geschilderten Fall – als diskursive Allzweckwaffe eingesetzt werden. Tröstlich bleibt, dass PC-Redeverbote nach meiner Erfahrung fast immer von eher fantasielosen MenschInnen eingesetzt werden, wenn sie sich nicht mehr zu helfen wissen. Ein sicheres Zeichen dafür, dass der Spuk irgendwann zu Ende sein wird.

    Auf der anderen Seite hattest du bei deiner Riefenstahl-Provokation doch sicher auch deinen Spaß, oder?

  24. robertweber

    Nein, das war für mich kein Spaß. Die Grundsatzfrage lautete: Kunst kann nur mit einer korrekten Haltung als Kunst bewertet werden. Und dem habe ich entschieden wiedersprochen. Auch mit dem Argument, wer jetzt die korrekte Haltung festlegt. Bei Riefenstahl war das Hitler, bei Charlie sind es die radikalen Islamisten, unter Stalin Schostakowitch. Wo hört das auf, wo fängt das an?

  25. robertweber

    Meine Meinung war in dem Sinne, dass Kunst auch mit einer völlig unkorrekten Haltung, wobei „korrekt“ ja nur der jeweilige Zeitgeist ist, als Kunst akzeptiert werden muss. bzw. kann. Riefenstahls Olympia-Film wurde 1956 als einer der besten zehn Filme der Welt bezeichnet, von einer Jury aus Hollywood. Alles Nazis natürlich. Mir sagen die Filme von Riefenstahl gar nichts, aber darum geht es überhaupt nicht. Oder Kunst mit gar keiner Haltung, Kunst, die sich überhaupt nicht positioniert. Finde ich jetzt nicht wirklich prickelnd, aber deshalb spreche ich ihr noch lange nicht die Existenzberechtigung ab.

    Grundsätzlich denke ich, dass wir in einer Zeit leben, in der sich die Kunst aus Furcht, gegen irgendwelche konformen Meinungen zu verstoßen (und daraufhin mit einem „Berufsverbot“ belegt zu werden, heute: Man kriegt keine Aufträge mehr, wird nicht mehr verlegt etc.) selbst beschneidet, und das nenne ich, überspitzt formuliert, einen Faschismus, eine Diktatur des Geistes.

    • @Robert: Da gebe ich dir im Großen und Ganzen recht, aber es gab wohl nie eine Zeit ohne jeglichen „Zeitgeist“ – und der z. B. in den öffentlich-rechtlichen Institutionen (Rundfunkanstalten) seit Jahrzehnten vorherrschende ist nun mal der der Political Correctness. Es gibt aber Alternativen: die „Junge Freiheit“ z. B., den NSU oder PEgIdA, vielleicht auch Figuren wie Jonathan Meese, Christian Kracht oder auch, weniger bekannt, der britische Philosoph Roger Scruton. Über alle diese „konsequenten Reaktionäre“ schreibe ich seit Jahren in meinem Blog – und komme immer zum selben Ergebnis: was sie eint, ist der Hass auf die soziokulturelle Indifferenz der „Zuvielisation“ (diesen Schmerz teile ich, wenn auch nicht als Hass, sondern als Melancholie), aber die Alternativen, die sie vorschlagen (wenn sie denn welche vorschlagen), sind entweder rassistisch („Junge Freiheit“, NSU, PEgIdA) oder weltfremd (Meese, Kracht, Scruton).

      Die Zeit der reinen anti-sozialdemokratischen Provokation (Kippenberger, Schlingensief, Weber & Schuster) scheint mir vorbei zu sein, zumal sie jetzt selbst im Mainfrankentheater schon Ernst Jüngers „Sturm“ spielen und Zusatzvorstellungen wg. des großen Erfolges ansetzen müssen (vermutlich laufen da die schlagenden Verbindungen im vollen Wichs im Publikum auf).

  26. @Stefan: Mit Sicherheit kritisiert er die Sozialdemokratie auch, und vielleicht hasst er sie sogar, wie von dir angenommen. Aber wer will es ihm verdenken. Auch wir haben genug Gründe, nicht gut auf sie zu sprechen zu sein. Angefangen beim Verrat von 1918/19. (Sebastian Haffner, „Die deutsche Revolution 1918/19“)

    In „Elementarteilen“, und deswegen komme ich darauf, gibt es, so weit ich mich erinnere, eine Szene, in der er die Verbindung zwischen der Sozialdemokratie und der Freikörper-Kultur in einem, so denke ich zumindest, überwiegend positiven Bild darstellt. (Auch „Plattform“ kann ich in dem Zusammenhang durchaus empfehlen, und das nicht nur, weil es sein vermeintlich frauenfeindlichstes Buch ist.)

    Prinzipiell sind mir bei M.H. noch zwei Dinge wichtig, die leider nirgendwo erwähnt werden. Erstens, dass seine Bücher immer eine gelungene Mischung aus Unterhaltung und Information sind. Und Zweitens, zumindest geht es mir so, dass er immer wieder aufs Neue überrascht, man nie weiß, was auf der nächsten Seite passiert. Beides ist heute schon sehr viel.

  27. robertweber

    @Stefan: Die NSU, die Junge Freiheit oder Pegida sehe ich jetzt nicht als Alternative zum Konformismus, und ja, die Zeiten haben sich geändert, meine Lust an der Provokation ist allerdings geblieben, das macht allerdings einsam. Schliengensief fehlt, auf einen Meese kann ich verzichten, das ist aber nur mein persönlicher Geschmack.

    Ansonsten fehlt mir bei M.H. nicht der Drive, eigentlich ganz im Gegenteil. Ich bin allerdings erst zu einem Drittel durch, vielleicht verliert der Roman ja an Fahrt, das kann ich noch nicht beurteilen.

    • @Robert: Der begabteste Provokateur im Bereich der Zeitgenössischen Kunst der letzten Jahre, der mir begegnet ist, war bzw. ist der eKomponist Johannes Kreidler http://youtu.be/EAptRZlwziA . Das Problem ist nur, dass komplett popmusik-sozialisierte Menschen (also 99,99% der Bevölkerung) Neue Musik (=zeitgenössische atonale Kunstmusik), nein, nicht etwa ablehnen, sondern tatsächlich hassen, weswegen ihnen Kreidlers Werke am A… vorbeigehen :-(

  28. robertweber

    Ich bin jetzt durch mit „Unterwerfung“ und muss sagen, dass der Roman etwa ab der Hälfte tatsächlich an Schwung verliert und zu sehr ins Referierende abgleitet. Ich fand das stellenweise interessant, aber es hat dann irgendwann auch genervt. Nicht unbedingt M.H.’s bestes Buch, aber trotzdem empfehlenswert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s