Raketenautos und Tulpenzwiebeln #24

21.04.2016

20:54 Uhr.

Albanien! Was für ein Schweinetrog von Land, ausschließlich von Ausländern bevölkert, die zudem der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Wen wundert es da, dass nahezu jeder, der an diesem Ort der inzestuösen Unzucht das Licht der Welt erblickt, sein Heil in der Flucht sucht, und so war auch mein erster Gedanke jener, mich nach einer Möglichkeit umzusehen, diesem Babylon, diesem Sodom, dieser von Gott und allen guten Geistern verlassenen Provinznation den Rücken zu kehren.

Leichter gedacht als getan. Zwar wurde ich, als fälschlicherweise Abgeschobener, wie alle armen Teufel, die mit mir in der Maschine saßen, bereits am Flughafen von finsteren Visagen angesprochen, die sich erboten, mich ohne Umschweife wieder zurück nach Deutschland zu schleppen, doch die Summe, die sie dafür verlangten, war ein Vielfaches dessen, was mir als vermeintlich albanischer Heimkehrer vor Ort von einer Art Kommissar, dessen Uniform ebenso verdreckt wie abgerissen war, als Begrüßungsgeld in die Hand gedrückt wurde.

Wie sollte ich einen derartigen Betrag auftreiben, hatte ich doch Zeit meines Lebens nichts anderes getan, als mich mit dem Schwert der Sprache zu verdingen? Immerhin reichte der kleine Betrag, um mich für einige Tage in einer verwanzten Unterkunft, gelegen in einer vor Dreck starrenden Seitenstraße, einzumieten, sowie für einige warme Mahlzeiten, wenn man diesen bakterienverseuchten Schlangenfraß denn so bezeichnen möchte. Der Wirt jener Herberge, ein an Schmierigkeit kaum zu überbietendes Individuum, welches mehr einem gefüllten Saumagen ähnelte als einem menschlichen Wesen, bot mir bereits am ersten Abend seine minderjährige Tochter zum Beischlafe an, was ich selbstverständlich lautstark mit Händen und Füßen ablehnte, was diesen dazu veranlasste, mich mit einer scheinbar endlosen Schimpftirade zu überschütten, von der ich selbstverständlich kein Wort verstand, aber ich konnte mir den Inhalt der Kanonade denken, die seinem fauligen Munde entströmte.

Ich also, mutterseelenallein in der Fremde, sah mich mit folgenden Problemen konfrontiert:

Das spärliche Almosen des albanischen Staates würde besten Falles eine Woche vorhalten. Was dann?
Ich musste zudem an eine beträchtliche Summe gelangen, um einen jener verruchten Schlepper zu bezahlen, um zurück nach Deutschland zu gelangen.
Kein Mensch sprach meine Sprache. Ein Großteil der Albaner kommuniziert mittels affenartiger Grunzlaute.
Zwar gab es eine griechischstämmige Minderheit, doch die lebte im weit im Süden des Landes. Aber immerhin, dort konnte ich mich vermutlich mit meinen Kenntnissen des Altgriechischen zumindest verständlich machen, vielleicht gar, Homer, Aristoteles und Platon nacheifernd, ein kleines Zubrot mit dem fabulieren von Geschichten verdienen.
Und so fasste ich den Entschluss, meine letzten Münzen in eine Busfahrt zu investieren, die mich, unter Lebensgefahr, in jene abgelegene Region des Landes bringen sollte, in der Hoffnung, dort wenigstens fragmentarische Reste von so etwas wie Zivilisation vorzufinden.

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